Gianpaolo Venditti Trio – Un Tempo Infinito
G
Dodicilune
„‘Un tempo infinito’ stems from the desire to blend genres and sounds that are dear to me – seemingly distant from each other – into a personal and recognisable style, through the experimentation of unusual harmonies and rhythms, or instruments and timbres that are new and unusual to me. The entire work maintains a delicate balance between composition and improvisation, between intense lyricism and rarefied atmospheres, thanks to meticulous attention to collective dialogue and the common sound of the group. The title, which is not accidental, pays homage to the long and intense work necessary to achieve the result contained in this album, but also evokes a deeper thought: man’s search for fragments of eternity in the inexorable flow of passing time.“ (Gianpaolo Venditti)
Die ersten drei Stücke sind in unterschiedlicher Ausprägung lyrisch ausgeformt. Bei „Che’è Fitt Je Outfit“ fallen die wiederkehrenden „Beats“ auf, die der Pianist zum Besten gibt. Zudem sind in diesem Stück auch Effekte beigemischt worden. Das klingt dann ein wenig so, wie auch Space Rock einst daherkam. Beim ersten Stück „Keep Dreaming“ ist der Einsatz von Moog ein besonderer Klangtupfer.
Im Geiste von Straight-Ahead-Jazz wurde „They Can Take Everything Away From Me But Not My Brolly“ konzipiert. Dabei ist eine gewisse Beschwingtheit, insbesondere in der Stimme des Trompeters Giovanni Amato und des Pianisten nicht zu überhören. Man hat beim Hören hier und da das Gefühl, man wäre in einem Jazzclub, in dem samstägliches Ballroom Dancing stattfindet. Zugleich muss man bei dem Solo des Pianisten im Verlauf des Stücks auch an Ragtime und Boogie denken, oder? Auch ein Jazz-Standard wie „Body And Soul“ findet Eingang in das aktuelle Album und knüpft in seinem Charakter an das vorherige Stück ä an.
Aus der Feder des Pianisten stammt „La Vecchia Soffitta“: Und der Pianist ist es auch, der die Klangnuancen des Stücks definiert. Dabei schwelgt er nur ab und an im Diskant. Man hat eher den Höreindruck gedämpfter, dunkler Klänge. Beinahe zerbrechlich klingt das, was Filiberto Palermini auf seinem Sopransaxofon zum Besten gibt. Zwischenzeitlich meint man gar, der Saxofonist pflege einen derartigen Ansatz, dass man statt an ein Saxofon an eine Klarinette denken muss, die in Weichzeichnungen schwelgt. Zu einem gepflegten Besenspiel des Drummers Alessandro Blasi folgt der Dialog zwischen dem Pianisten und dem Saxofonisten. Zum Schluss hören wir den Titel „Tempo Infinito“, auch der aktuelle Name des Albums. Es ist ein sehr konzertantes Stück mit durchaus einer Ausprägung von klassischer Klaviermusik der Neoromantik, oder? Fazit: Das Album ist ein Hörgenuss. Es widmet sich Jazz ohne Schnörkel und allzu viel Effekten und ähnlichem Tralala.
© ferdinand dupuis-panther
Musicians
Gianpaolo Venditti, piano, moog (1)
Mario Mazzenga, double bass, fx (3)
Alessandro Blasi, drums
featuring
Giovanni Amato, trumpet (4, 8)
Filiberto Palermini, soprano (7), alto sax (8)
Tracks
1) Keep Dreaming
2) Bread And Flowers
3) Che’è Fitt Je Outfit
4) They Can Take Everything Away From Me But Not My Brolly
5) Body And Soul
6) Eucalyptus
7) La Vecchia Soffitta
8) Pezzotto
9) Un Tempo Infinito
All compositions by Gianpaolo Venditti except 5 by Johnny Green















