Zebra Street Band - ZeBrass

Zebra Street Band - ZeBrass

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"It's not only the African and Latin grooves in the compositions which heat up the muscles of your body, it's also the crude treatment of the material and pure energy that causes unpredictable moves on the dance floor. The Zebra Street Band is exciting to listen to, and - also because of their mostly acoustic, physical performance - super exciting to experience live on stage. " So charakterisiert Tim Sprangers (Volkskrant, De Groene Amsterdammer, Jazz International Rotterdam) diese Band. Zu ihr gehören Salvoandrea Lucifora  (Trombone), Alistair Payne (Trumpet), Andrius Dereviancenko (Tenor Saxophone), John Dikeman (Baritone Saxophone), Onno Govaert (Snare drum and percussion) und Fabio Galeazzi (Bass drum and percussion). Keine Frage Brass ist vorhanden, wenn auch zwei Holzbläser dabei sind, wenn die Zebra Street Band aufspielt.

Dass der eine dabei oder andere auch Assoziationen zu Flat Earth Society oder zu Brass Banda und Trio Grande haben mag, ist nicht zufällig. Rabatz und Klamauk ist auf jeden Fall angesagt, weniger in der Clubsszene, sondern eher auf der Straße. Die Musik fetzt, grölt, schreit, fordert heraus, hält nichts von leisen Tönen. Selten genug tritt eine Band in Erscheinung, bei der das Baritonsaxofon wirklich für die dunklen Klangfarben eingesetzt wird und nicht ins Tenor abschweift. Dass es keinen Bass, welcher Art auch immer gibt, ist kein Manko, denn John Dikeman sorgt schon für die notwendigen tieftönigen Klangmuster.

Dass sich die Band in ihrer Sprache und Ausdrucksform der Musik unterschiedlicher Genres bedient, steht außer Frage. Da schwingen afrikanische Grooves mit und auch von Gnawa ist die Rede, sonst wäre auch ein entsprechender Titel auf dem Album nicht zu finden. Zu hören sind neben der Einführung Titel wie „Dirk“, „Puerto“ und „Chi Cha Cha“. Also ist auch die Musik des südamerikanischen Kontinents als Beimischung bei den Auftritten der Zebra Street Band zu finden. Die vorliegende Veröffentlichung ist im Übrigen das Debüt der Band um den Posaunisten Salvoandrea Lucifora.

Bereits bei der Intro machen wir als Zuhörer Bekanntschaft mit flotten Rhythmen und dem „ostinaten“ Baritonsaxofon, über dessen Grundlinien  die anderen Bläser vielfältige klangliche Konturen zeichnen und Schattenrisse anlegen. Das strahlt Wucht, Kraft und Stärke aus. Leise Töne gibt es dabei nicht. Getragen von den Perkussionisten eröffnet „Haitian“. Hört man da eine Art Gewieher? Dann wieder meldet sich das Baritonsaxofon mit voller Stimme, die aus dem Bauch zu kommen scheint. Vibrationen sind zu spüren. Starke Rhythmisierungen durchziehen das Stück, aufgelöst von der Solostimme der Posaune, die dabei auch ein wenig ins Schnurren kommt. Für die Bassstruktur sorgt der Baritonsaxofonist. Verspielt zeigt sich das Tenorsaxofon, ab und an auch marktschreierisch und aufreizend. Im Verlauf scheinen sich die Bläser gegenseitig übertrumpfen zu wollen, indem sie sich in den Vordergrund drängen. Für eine gewisse Beruhigung sorgt schließlich der Posaunist der Straßenband.

Dass man Gnawa auch ohne Guembri zelebrieren kann, stellt die Band überzeugend unter Beweis. Zu Beginn zeigt sich wohl das Baritonsaxofon ein wenig ausgeflippt und dann nach und nach in geordnete Bahnen einmündend. Wenn dann die gesamte Band aufspielt, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Nordafrika ganz nahe ist, auch wenn es an einer orientalischen Instrumentierung fehlt. Doch vor den Augen der Zuhörer öffnet sich der Markt von Fez mit seinen Gauklern und Schlangenbeschwörern sowie Musikanten, die Abend für Abend aufspielen. Das liegt selbstverständlich auch an den Rhythmen der beiden Perkussionisten, die es verstehen, uns nach Marokko, Mauretanien und Tunesien mitzunehmen. Hier und da muss man auch an die Musik beim Mardi Gras denken.

Nicht so aufwühlend, sondern eher bedacht und sanft beginnt „Dubadelic“, sodass man an manchen Stellen auch an eine Big Band und deren klassischen Sound denken muss. Doch die Zebra Street Band wäre nicht die Zebra Street Band, wenn sie diesen Sound nicht konterkarierte, nicht starke Bassakzente und Rhythmik setzen würde, über die sich dann Klangströme von Saxofonen und Trompete bewegen. Besonders nachhaltig haften bleibt beim Zuhören das Posaunensolo, das sich aus dem Klanggebirge der anderen Bläser heraushebt.

Beinahe ins Fahrwasser von Free Jazz und freier Impro tauchen wir ein, wenn wir „Puerto“ hören. Das ist aufgeladener Klang, Lavafluss, Eruption der Bläsermacht, Wirrwarr. Aus einem dichten Klangknäuel melden sich gelegentlich stufige Trompetensequenzen. Nachfolgend sind dann die Saxofone am Zuge, Regie zu führen. Doch das ist nur eine Episode, ehe wieder eruptive Elemente das musikalische Geschehen dominieren.

„Chi Cha Cha“ ist weit von einem gewöhnlichen Cha-Cha-Cha entfernt, weist eher latente Reggaerhythmik auf. Zeitweilig übernimmt das Baritonsaxofon die Formung einer ausschweifenden Melodie, sehr frei und ungebunden. Dann ist im Weiteren auch Straßenmusik angesagt, wie man sie zu Karneval in Basel und anderswo erleben kann. Mit „Akula“ wird das Debütalbum schließlich abgerundet und dann steppt noch einmal der Bär im Kettenhemd.

Text: © ferdinand dupuis-panther – Der Text ist nicht public commons.

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