Thomas Bracht Band feat Seven Decker und Nils Wogram - Don‘t play to impress

Thomas Bracht Band feat Seven Decker und Nils Wogram - Don‘t play to impress

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Unit Rec.

Die vorliegende CD wurde live eingespielt. Zur Band um den Pianisten Thomas Bracht scharten sich zu diesem Zweck Fred Noll (Percussion, Trumpet), Konrad Matheus (Drums), Tobias Fritzen (Bass), Nils Wogram (Trombone) und Sven Decker (Tenor Saxophone, Bass Clarinet).

Zu hören sind nachfolgende Kompositionen: „I BELIEVE IN YOU“ [08:52], „GIFTS“ [09:25], „MORNING GLORY“ [14:11], „SON OF A DICE“ [09:56], „DON‘T PLAY TO IMPRESS“ [07:28] und „PROPHATT“ [13:02]. Letzteres Stück ist eine kleine Suite mit drei Teilen: „PART 1 | OPENING / DEPARTURE AND JOURNEY [06:59]“, „PART 2 | HUMILITY AND KNOWLEDGE“ [04:09] und „PART 3 | HOMECOMING“ [01:54].

Die in Klammern zu findenden Zeitangaben unterstreichen, dass bei Live-Aufnahmen ausgiebig Zeit und Raum vorhanden ist, damit sich die beteiligten Musiker ausleben und einbringen können, sich also nicht in ein Korsett von drei oder vier Minuten pressen lassen müssen, nur damit die Songs auch das Gebot der vorgeblichen Hörerkompatibilität erfüllen. Alle Kompositionen stammen ebenso wie die Arrangements von Thomas Bracht, der auf der aktuellen CD am Keyboard zu hören ist.

Das Eröffnungsstück „I believe in you“ verdeutlicht, dass dem Arrangement auch eine gehörige Portion Jazz Rock beigegeben wurde. Und das beginnt mit dem ersten Takt, mit und ohne starken Bläsersatz. Da rumort es und gurgelt es, da geht im wahrsten Sinne des Wortes auch die Post ab. Da hört man Zischen und Brodeln; da scheint ein breiter Klanggeysir sich zu entladen. Sonores dringt ans Ohr des Zuhörers und auch der Klang von Oldtimern der Lüfte, dank sei Nils Wogram. Die von Wogram gespielte Posaune mit all ihren Verwirbelungen löst sich allerdings auch aus dem vorhandenen Klanggemenge und vereint sich mit dem Keyboard in einem „nebulösen Klangfluss“. Und dann, ja dann vernimmt man wüstes Getöse, gleichsam eine Entladung, die von weichen, aber auch sich überschlagenden Klangwellen abgelöst wird. An diesen ist neben Nils Wogram Sven Decker mit seinem Tenorsaxofon ganz wesentlich beteiligt. Er beschert uns ein Klangknäuel, das den gesamten musikalischen Raum einnimmt.

Thomas Bracht legt in „Gifts“ einen hochflorigen Klangteppich aus. Diskantes ist zu vernehmen, dahinperlend. Aus tiefer Brust erklingen die Bläser, die gleichsam eine Klangwolkenbank formen, fast undurchdringlich. Aus dem Tutti der Bläser schält sich zuallererst das Saxofon heraus und nimmt uns mit, Höhen und Tiefen auslotend, durchaus mit stark rhythmischer Notierung. „Kontrapunktisch“ agiert streckenweise Thomas Bracht an der „Tastentruhe“, ehe dann auch der Bass sich zu Wort meldet. Oh, ist da auch eine Gitarre mit im Spiel? Das kann nicht sein, aber zumindest entsteht eine entsprechende Klangillusion, bevor Nils Wogram zu eigenen Phrasierungen ansetzt, losgelöst und an den Flügelschlag dahinziehender Zugvögel erinnernd. Doch alles mündet am Ende im erwarteten Tutti.

Ein verfremdetes Keyboard meldet sich zu Beginn von „Don‘t play to impress“ zu Wort. Nach den ersten Takten erwartet man einen musikalischen Verlauf wie bei dem legendären Filmmusiktitel „Shaft“. Doch ganz so soulig und funky geht es dann doch nicht zu, aber Fusion ist schon hautnah zu spüren, ehe man eben auch Aufsprengungen wahrnimmt, die eher dem Free Jazz entlehnt zu sein scheinen. Ansonsten aber denkt man vielleicht beim Zuhören an „Earth, Wind & Fire“ oder auch an „Papa was a rolling stone“, oder? Seele hat das Stück auf alle Fälle!

Übrigens, wer beim Zuhören noch still sitzt, dem ist bei diesem Song wirklich nicht zu helfen. Dieser Song schreit nach „Shake your bump“! Noch ein klanglicher Gedankenblitz sei angeführt: United Jazz & Rock Ensemble revisited, ob Thomas Bracht eine solche Verbindung beim Komponieren im Kopf gehabt hatte oder auch nicht.

Zum Schluss präsentiert uns die Band eine dreiteilige Suite, die auch mit bedächtigen und leisen Tönen aufwartet, aber eben auch von Elementen von rockigem Fusion durchzogen ist. Im zweiten Teil der Suite wird es auch ein wenig orientalisch, vernehmen wir Tablas oder Damburka und dazu „Flötentöne“ aus einem „Orgelregister“. Der dritte Teil hingegen ist zeitweilig in ein Gewand von funky, funky, funky gehüllt. Mit anhaltendem Beifall – bei einem Live-Mitschnitt zu erwarten – endet der Klangausflug, den uns Thomas Bracht beschert hat.  Wird es eine Fortsetzung geben?

Text © ferdinand dupuis-panther – Der Text ist nicht public commons!


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www.thomasbracht.de
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