The Toughest Tenors: Hip Tip

The Toughest Tenors: Hip Tip

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Laika Records

Ich mag mich irren, aber der Eindruck drängt sich auf, dass aktuell unter jungen und jüngeren Jazzmusikern die Wiederentdeckung des Bebop und Hard Bop eingesetzt hat. Die Musik der 50er und 60er Jahre wird dabei oft in schnörkelloser Verpackung dargeboten. Diese Musik swingt und groovt, ohne dass man sie in ein neues Design kleiden muss. Dass nicht nur der zeitgleich in Erscheinung getretene Rock 'n Roll und die frühe Beatmusik in die Beine zuckt und zum Tanzen animiert, wird spätestens klar, wenn man seine Lauscher spitzt und den beiden Berliner Tenorsaxofonisten Bernd Suchland und Patrick Braun lauscht.

Sie haben auf der aktuellen CD neben einem Bert Bacharach Titel – What The World Needs Now Is Love – auch Titel von Coleman Hawkins und Matthew Gee eingespielt. Die freie, bis ins Unendliche abdriftende Improvisation ist nicht das Ding der „Hartnäckigen Tenöre“ – oder soll man 'tough' lieber mit hart übersetzen? –.
Wie Suchland selbst über seine Musik sagt, mag er keine überfrachteten Arrangements, sondern Blues und Swing betonte Kompositionen wie „Hip Tip“. Dieser Titel des Saxofonisten Gene Ammons ist zugleich der Namensgeber für die vorliegende CD und ein Stück mit bluesigen Grooves, die die beiden Saxofonisten bestens umsetzen. Dabei sind auch ruhige Passagen zu vernehmen, in denen der Bassist Lars Gühlcke in einem Solo zu hören ist.
Vom britischen Jazzmusiker Tubby Hayes „übernahmen“ Suchland und Braun „Mirage“. Hayes war nicht nur ein begnadeter Tenorsaxofonist, Flötist und, Vibrafonist und Big-Band-Leader, sondern von ihm sind auch einige sehr hörenswerte Kompositionen überliefert worden. Davon kann man sich in der aktuellen Einspielung überzeugen In der vorliegenden Version hört man einen samtenen Tenorsaxofonistensatz zu Beginn, der sich in swingenden Läufen fortsetzt – ein bisschen denkt man an Nat und Cannonball Adderley, wenn man vertieft zuhört. Dann übernehmen das Piano und eines der Saxofone den Ton, ehe der Pianist Dan-Robin Matthies uns alleine mit auf die Klangreise nimmt. Enden wir bei diesem Stück gar im The Mirage am Las Vegas Strip?
Oh, ist das nicht die Titelmusik zum Film „Pink Panther“? Nein, aber Grooves und Melodie von „24 Hour Leave“ sind zu Beginn der angesprochenen Filmmusik recht ähnlich, so finde ich. Auch hier hat wieder ein Saxofonist, diesmal Jimmy Heath, die Feder übers Notenblatt geführt, um uns eine eingängige Melodie zu hinterlassen. Tanzt man nun Swing oder Lindy Hop, wenn Hawkins „Bean & The Boys“ erklingt? Still sitzen kann man jedenfalls bei den dynamischen Saxofonläufen keineswegs. Sie schreien nach Bewegung!
Gleiches gilt auch für den 'Bolero-Rhythmus' von „Rosita“. „Comes Love“ beschließt die gelungenen Aufnahmen des Jazz aus den 50er und 60er Jahren.
Man ist am Ende versucht, die CD gleich noch einmal von Anfang an zu hören, so positiv ist die Stimmungsfarbe, die „Toughest Tenors“ aus ihrem Musikkoffer ausgepackt haben.

© Ferdinand Dupuis-Panther

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www.laika-records.com

The Toughest Tenors
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