The Lost Melody Trio - New Songs For Old Souls

The Lost Melody Trio - New Songs For Old Souls

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The Lost Melody

Bei dem Trio handelt es sich um den Zusammenschluss des Pianisten Joe Davidian, des Bassisten Jamie Ousley und des Schlagzeugers Austin McMahon.

Jeder dieser Musiker war in der Vergangenheit auch Bandleader und gefragter Sideman. Ursprünglich nannte sich das Trio Joe Davidian Trio und veröffentlichte drei Alben, zuletzt 2017 „Jazz Cave, Vol 2“. Auf ihrem ersten Album „Silent Fire“ stellen die Drei ein Arrangement von „Somewhere over the rainbow“ vor, Ausgangspunkt für ein musikalisches Konzept, das die Melodie in den Fokus rückt. “One of the best things about working with Jamie and Austin is how much we’re in sync,” so Davidian. “We all contribute equally to the music, so it made sense to change the name of the band to reflect that." 

Und warum heißt das Album nun „Neue Songs für alte Seelen“? Dazu Davidian: “We challenged each other to write new songs in the style of the old standards, with the melody being at the forefront. And, because our music harkens back to an earlier era, we came up with the title New Songs For Old Souls for this album.“ Die Mehrzahl der Songs hat Joe Davidian geschrieben, die beiden anderen Musiker jeder zwei. Jamie Ousley hat seine Songs eigentlich für ein Bass-Quartett geschrieben und nun für das Trio arrangiert. Übrigens, „Sol“ von McMahon ist stark von Ahmad Jamals „Poinciana“ beeinflusst.

Wer an Standards denkt, denkt gewiss an Count Basie, Erroll Garner oder Duke Ellington und auch an Thelonious Monk. Doch was uns nun zu Gehör gebracht wird, ist nicht ein Aufguss der von den Genannten geschriebenen Standards, sondern es sind eigene Kompositionen. Gewiss ist jedoch, dass einigen Songs durchaus die Würze von Bop und Grooves beigemischt wurde, so auch “Leaving Montserrat”, eine sehr dynamische Nummer, bei der man die Vorstellung hat, jemand sei auf der Flucht und haste eine riesige Treppe Stufe für Stufe hinab. Die musikalischen Akzente setzt von Anfang an der Pianist des Trios, lässt die Finger flink über die Tasten huschen, sodass ein steter Klangfluss entsteht. „Sol“ eröffnet mit einem Basssetting, ehe dann der Pianist für helle Klangfärbungen sorgt. Er wechselt sich im Arrangement mit dem Bassisten Jamie Ousley ab, der uns vergessen macht, dass dem Bass ein ausgeprägtes Phlegma innewohnt. Sonnenanbeter und Sonnentänzer haben wir vor Augen, wenn wir der Melodie von „Sol“ folgen.

Getragen kommt „A Minor Waltz“ daher, geschrieben vom Bassisten des Trios, der allerdings nicht federführend die Melodielinien bestimmt. Für den tänzerischen Schwung und kurze Zwischenschritte sorgt zunächst der Pianist, ehe sich dann der Bassist mit einem solistischen Intermezzo ins Blickfeld rückt. Dabei paraphrasiert er das, was der Pianist in seinem „Vorspiel“ vorgetragen hat. Anzumerken ist, dass man hier und da den Eindruck hat, dass das Trio die Welt der leichten Muse, des Musicals und der Broadway-Show, erkundet. Die Melodie ist sehr eingängig und lädt zum Mitsummen ein. Popmusik lässt grüßen, oder?

“Ready or Not” knüpft an „A Minor Waltz“ nahtlos an, zeigt keine musikalischen Verwerfungen, sondern melodischen Wohlklang, ohne sich in Verwässerungen zu verlieren. Im Gegenteil, das Tastenspiel des Pianisten setzt energische Zeichen, obgleich es auch in einem fließenden Duktus zu erleben ist. Wie ein kristallklarer Strom, so der Eindruck, rinnt die Melodie dahin.

Live eingespielt worden ist “Before I Forget” und dabei meint man, dass das eine oder andere Zitat aus der Geschichte des Standards eingebunden wurde. Sehr fein angelegt ist das Duett von Pianist und Bassist, die sich gegenseitig zu befeuern scheinen. Wir werden dabei Zeuge eines sehr bewegten Dialogs, in dem der Pianist schließlich die Oberhand behält und die Melodie bis zum Ende fein ziseliert.

So, als wollte er uns musikalisch die rollenden Wellen nahebringen, die an die Felsküste schlagen, eröffnet der Bassist Jamie Ousley “A Sea of Voices”. Von einem Orkan und einem aufgepeitschten Meer ist dabei nicht die Rede, sondern eher von der sanften See, die sich im Wechsel der Gezeiten bewegt. Hier und da sind kleine Wellenberge auszumachen, so das mögliche Bild im Kopf. Das ändert sich auch beim Bass-Solo kaum. Dieses wird von dem Gewische des Schlagzeugers begleitet und zudem von den zarten hintergründigen Klangsetzungen des Pianisten. Mit dem eher balladenhaft ausgerichteten “Sometime, Somehow” wird das Album abgeschlossen. Es ist ein Hörgenuss vor allem für diejenigen, die sogenannten Straight ahead Jazz schätzen.

© fdp


Informationen

https://thelostmelody.com/
https://www.facebook.com/TheLostMelodyTrio/videos/2587743968103658/


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