Soo Cho -After All feat. Lionel Beuvens und Janos Bruneel

Soo Cho -After All feat. Lionel Beuvens und Janos Bruneel

S

ZenneZ Records. ZR1604001

Bei einem Blick in das aufklappbare Cover finden wir einen Text von John Weijers, der das Album als „mouth watering, as if every note has been stirred, simmered and seasoned to perfection“ bezeichnet. An anderer Stelle lesen wir davon, dass die Kompositionen von Soo Cho, klassisch wie im Jazz ausgebildet, so delikat und fein abgeschmeckt seien wie die koreanische Fusionküche, die Soo Cho zuzubereiten versteht. Musik ist also eine Frage der Rezeptur so wie bei der Kochkunst?

Bei dem vorliegenden Album handelt es sich um das fünfte Album der in den Niederlanden lebenden und aus Südkorea stammenden Pianistin. Es ist allerdings das erste Album bei ZenneZ Records. Ja, auch ein Rezept muss ausprobiert und verfeinert werden. Dann, ja dann – also im Englischen after all – kann man das vollkommene Gericht zubereiten und servieren, so wie es im übertragenen und musikalischen Sinne nun Soo Cho tut.

Alle Kompositionen, die wir hören, entstammen der Feder von Soo Cho, angefangen bei „A little boy from Mars“ und „Whatever“ über „Both sides“ und „A day in May“ bis hin zu „After All“, mit dem das Album ausklingt.

Wie plätscherndes, kristallklares Wasser eines Gebirgsbaches mutet das an, was Soo Cho ihrem Tastenmöbel an Klangformen und -farben entlockt. Im Solo von Janos Bruneel am Bass hält sich die Pianistin Soo Cho im Hintergrund. Verspielt sind die anschließenden Passagen, bei denen man sich hopsende Kinder gut vorstellen kann, aber wohl weniger einen kleinen Jungen vom Mars. Fremd klingt es nicht, was Soo Cho da komponiert hat, sondern eher vertraut. Jagen und Fangen scheint die Musik auch zum Ausdruck zu bringen. Mit feinen Beats begleitet Lionel Beuvens die Pianistin an seinem Schlagwerk, das er nur dann vordergründiger einsetzt, wenn es der Charakter des Songs erfordert. Und da geschieht erst gegen Ende des Stücks.

„Whatever“ erscheint als ein Zwiegespräch zwischen dem Bassisten und der Pianistin konzipiert zu sein. Da treffen rollende Klangsequenzen des Pianos auf den nur hier und da intervenierenden Tieftöner, der mit flüchtigen Klangpassagen zu vernehmen ist. Mit einem musikalischen Erzählmodus macht „Feels like a child“ neugierig. Dabei orientiert sich diese Komposition schon an gängigen Mustern bekannter Standards, wenn auch das Bassspiel von Janos Bruneel dieses Muster durchbricht. Richtig ausgelassen scheint das Kind nicht zu sein, das da für den Song Pate gestanden hat. Eher verhalten wirken die Solopassagen des Basses.

„A day in May“ kommt mit sehr frühlingshaften Klangschemen daher. Man kann sich gut eine gewisse Ausgelassenheit bei milden Temperaturen vorstellen. Statt „Dancing in the rain“ klingt der Song nach „Dancing around in May“. Die Nähe zu Couplets scheint außerdem gegeben, nur die Lyrik müsste noch geschrieben werden. Ruhige Passagen wechseln sich mit eher heiter angelegten Sequenzen ab. Vorstellungen eines „lazy sunny afternoon“ drängen sich auf. Am Ende steht dann ein Resümee: „After all“. Dabei lässt sich die sehr klassische Ausrichtung der Komposition nicht überhören.

Text © ferdinand dupuis-panther

Informationen

Label
ZenneZ Records
http://www.moonrivermusic.com
http://www.moonrivermusic.com/zennez-records

Musiker
Soo Cho
http://www.soocho.nl

Interview in Jazz'halo
http://www.jazzhalo.be/interviews/soo-cho-interview-with-the-south-korean-piano-player-who-lives-in-the-netherlands/


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