Sad Man - Sad Man

Sad Man - Sad Man

S

Off Records

Hinter der aktuellen Einspielung verbergen sich viele Facetten des Musikers und Künstlers Andrew Spackman, mit dem man in Geräuschmusik, freie Improvisation, alternativen Rock, Industrial Rock, elektronische Musik und sogenannten Dark Jazz eintaucht. Zu hören ist einer der profiliertesten Köpfe der englischen elektronischen Musik, der mit 24 Tracks das „Universum von Sad Man“ durchstreift.

Rüttelnde Geräusche dringen ans Ohr des Zuhörers, der sich auf „Perkins“ einlässt. Lang- und Kurzwellenfrequenzen scheinen sich zu überlagern. Beckenklang ist zudem zu identifizieren, vor allem aber selektive Synthesizerklänge. Wie ein außer Rand und Band geratene Kettensäge bzw. Gattersäge hört sich an, was der Klangkünstler zu „Toe“ collagiert hat. Man könnte auch an den Klang verfremdeter Schleifmaschinen und Fräsen denken, den Spackman aufgezeichnet hat. Den schrägen Stundenschlag einer Turmuhr vernimmt man bei „Stooky Bill“. Dazu wird ein kurzatmiges Tick-Tick gegeben. Im Verlauf meint man, man werde Sinuskurven eines Synthesizers ausgesetzt, die nicht enden wollen. Raver hätten ihre wahre Freude nicht allein an diesem Track.

Kreischendes Maschineninferno enthüllt „Sad Man“. Nachhallende Klangformen nehmen wir wahr. Es klingt so, als würde man einröhrendes Metallica-Album mit Scratching und Schnelllauf zu Gehör bringen. Es rumort gewaltig. Klangliche Windhosen sind präsent, die aufbrausend und rasend präsentiert werden. Sensible Gehörgänge werden aufs Äußerste gereizt, wenn hohe Frequenzen abgespielt werden.

Orgelklang vermischt sich mit einem tonalen Geblubber, wenn „Pink“ auf dem Klangspeiseplan steht. Scratching scheint Teil des Spiels. Zwischen Orgelspiel und Scratching gibt es einen Dialog, ein sich Hochschaukeln. Und wie klingt „Black“? Ist es nachhallender Saitenklang, den wir aufnehmen? Oder wird da doch wieder auf einen Synthesizer odrr ein Midi zurückgegriffen. Weniger aggressiv und aufdringlich ist der Track ausgelegt. Im Vergleich zu anderen Tracks hat man sogar den Eindruck, eine stringente Melodielinie würde verfolgt, um dann ansatzweise in einen Jimi-Hendrix-Modus zu verfallen.

„Supergroovalisticprosifunkstication“ - welch ein Titel! Doch Funk ist wenig auszumachen. Geräuschmusik vom Feinsten ist zu hören. „Nooze“ bietet mal nicht überbordende Industriegeräusche, sondern zeichnet sich durch eine sehr sanfte Klangschummerung aus. Doch Spackman wäre nicht Spackman, wenn nicht das Destruktive in der Musik seinen Platz hätte. Und so zerfällt auch „Nooze“ in Klangelemente, die spröde gegeneinanderstehen. Am Schluss des mit Effekten gewobenen Klangwandbehangs von Spackman steht „C3: Zoo“: Dunkler Bassklang paart sich mit Klopfgeräuschen und einem steten Zischen. Darüber oszilliert teilweise eine Melodiekontur, ehe dann rhythmische Klangvibrationen dominieren.

Text © ferdinand dupuis-panther


Informationen

www.off-recordlabel.blogspot.com
https://stilll-off.bandcamp.com/album/sad-man



https://pureportal.coventry.ac.uk/en/persons/andrew-spackman


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