Phil Haynes Day Dream Trio – Originals

Phil Haynes Day Dream Trio – Originals

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Mitglieder des „Traumtrios“ sind neben dem Drummer Phil Haynes der Pianist Steve Rudolph und der Bassist Drew Gress. Nunmehr liegt nach „Day Dream“ und „New Standards“ ihr drittes Album vor. Der Albumtitel steht für den Inhalt, u. a. für Originalkompositionen aus der Feder von Gress und Haynes, der über das Trio sagt: “Drew’s dark sound, my sound and Steve’s touch go together in a distinctive way not common with piano trios. Compositionally, I wanted to see the band stretch a little bit, especially since everybody writes so beautifully.” Und Rudolph ist mit nachstehenden Worten zu zitieren: “We have a very sympathetic approach to music, Phil and Drew are two of the best listeners I know. You have to really be in the moment and be able to react, and they’re about as good as it gets. I’ve had a lot of fun playing with them.”

Aufgemacht wird das Album mit “Zebra“, gefolgt von “Wedding Waltz”. Wir hören zudem “Last Lullaby” und “Bossa 21”. Einem musikalischen Kubismus frönt das Trio in “Beloved Refracted”. “Paul-Christian”, ein weiteres Stück des Albums, basiert auf Bill Evans “Blue in Green”. Gress steuert im Übrigen zum Album nachstehende Kompositionen bei: “Afterward”. “Vesper” und eine Bop-Hommage namens “Let Fly”.

Ein perlender Klangfluss eröffnet “Zebra“, dank an den solistisch agierenden Steve Rudolph. Es scheint, als würde der Pianist aus einem Bächlein einen Wiesenfluss entstehen lassen. Dabei scheint es auch kleine Wehre zu geben, die zu meistern sind. „Wedding Waltz“ zeigt sich in einer frühlingsfarbenen Klangfarbe. Dabei liegt der musikalische Fokus auf dem Pianisten, der sich in seinem Duktus tänzerisch gibt. Mit dezentem Schlagwerk, fern ab vom Furiosen und Aufdringlichen, agiert Phil Haynes durchaus in der Bop-Tradion verwurzelt, oder? Derweil vollführen Tanzpaare weite Schrittschwünge, so ein Bild, das sich aufdrängt. Man kann durchaus die Vorstellung haben, Turniertänzern und ihren anmutigen Zwischenschritten und „Pirouetten“ zuzuschauen. Auch der Bassist hat seinen Soloauftritt, zurückhaltend und stets auf der Suche nach den feinen Tonziselierungen.

Von Klangfragmentierungen kann man bei “Beloved Refracted” wirklich reden. Brüche sind auszumachen, wenn auch hier und da Redundanzen vorhanden sind. Man könnte den Duktus des Stück mit einem Vortrag vergleichen, der beginnt und sich in Halbsätzen verliert. Danach wird der gedankliche Faden erneut aufgenommen, wieder aufgegeben und ein anderer Aspekt debattiert. Von unterbrochener Kontinuität könnte man auch im Fall der vorliegenden Komposition sprechen. Dabei verliert sich das Stück nicht im Chaos oder in freien Improvisationen, aber verdeutlicht im Duktus das Bruchstückhafte, das zu einem Ganzen zusammengefügt wird. Doch die Klüfte sind bis zum Schluss nicht zu überhören.

Im Duktus schließt “Afterward” an „Beloved Refracted“ an. Allerdings durchzieht das Stück sehr lyrische Passagen. Das Bild von informellen Farbklecksen drängt sich beim weiteren Hören auf. Zart sind die Farben, die zum Einsatz kommen. Die Dramatisierung ist im Laufe des Stücks verhalten. Man muss eher an barocke Wasserspiele denken als an ein furioses Feuerwerk, auch beim Solo des Bassisten, das dem Ohr schmeichelt.

Feuriger geht es dann bei “Bossa 21” zu, auch wenn dieses Stück sich als fern von sprühender Leidenschaft erweist. Man stelle sich eher verliebte Paare zu vorgerückter Stunde auf dem Tanzboden vor. Zartes Knistern ist auszumachen, ja aber … Kommen wir schließlich zum Finale und “Let Fly”: Auch dieses Stück fügt sich in das Gesamtbild des „Traumtrios“ ein. Ausbrüche, vulkanisches Brodeln, ungezügelte Leidenschaft, Losgelöstheit  und Ähnliches sind auch zum Schluss nicht auszumachen. Vielmehr fügt sich das Trio in die Spieltradition us-amerikanischer Jazz-Trios ein. Dafür kann man sich ja auch begeistern.

Text © fdp

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