Nathan Francis Quartet feat. Eero Koivistoinen

Nathan Francis Quartet feat. Eero Koivistoinen

N

Ajabu! Records

Der in Helsinki ansässige us-amerikanische Bassist stellt nunmehr sein Debüt als Bandleader eines Quartetts vor. Zu hören sind neben einem Repertoire von Standards (J. Hicks, C. McBee & J. Coltrane) Originalkompositionen von den Mitgliedern des Quartets, das, so Nathan Francis, in punkto Kompositionen als ein Kollektiv agiert: „...We play compositions of each member but with an energy and interpretation that belongs completely to the moment."

Teil dieses Kollektivs ist die finnische Saxofonlegende Eero Koivistoinen: "Eero has given immensely to the jazz scene here in Finland and abroad. He carries a sound that is so deep and intense. I feel he is the perfect fit for this band." Koivistoinen ist der soulige Opener „Minor Solution“ und das als Blues gestimmte Stück „Late Show“ zu verdanken. Zur Band gehören zudem der Pianist Markus Niittynen und der Drummer Aleksi Heinola. Die Komposition „Crystal Clear“ stammt im Übrigen vom Pianisten des Ensembles.

Ganz in der Bop-Traditon ist „Minor Solution“ gehalten. Nicht zu überhören ist Eero Koivistoinen mit seinem Holzbläser, der hier und da röhrt, aber sonst sehr sonor erklingt. Melodische Schleifen sind das, was der finnische Saxofonist meisterlich entwickelt und zu Gehör bringt. Im Hintergrund agiert derweil die Rhythmusgruppe, aus der sich der Pianist zu einem quicklebendigen Solo löst. Dabei hat es den Anschein, dass er in seinen melodischen Linien dem Saxofonisten auf Schritt und Tritt folgt. So ergießt er kaskadierende Klangfolgen in den Hörraum, ehe dann wieder Eero Koivistoinen die musikalische Regie übernimmt. Die Symbiose zwischen Bass und Piano erinnert hier und da an bekannte Bop-Sequenzen und, so der Rezensent, auch ein wenig an „Take Five“, oder? Weiter geht es mit einem Jazzwalzer aus der Feder des Pianisten John Hicks. Lyrisch ist das Spiel, in dem sich der Saxofonist und der Pianist vereinen, wenn es „After the Morning“ heißt. Beschaulichkeit und Kontemplation werden in den Harmonien und Melodiepassagen zum Ausdruck gebracht. Das hat nichts von Hektik des urbanen Alltags. Eher denkt man an einen Tag auf dem Land. Dabei nimmt man auf der Terrasse Platz und genießt das schöne Wetter, lässt den lieben Gott einen guten Mann sein. Ein wenig Swing serviert uns der Pianist Markus Niittynen. Dazu setzt der Drummer behutsam seine Besen und Sticks ein. Und dann, ja dann erhebt Eero Koivistoinen seine schnurrende Stimme und singt ein Loblied auf den Tag, so könnte man annehmen. Markus Niittynen ist der geistige Vater von „Crystal Clear“, ein Stück, das swingt und auch ein wenig Blues ausstrahlt. Kurz tanzt Nathan Francis mit seinem Bass ein Solo. Dabei ist wiederum Swing mit im Spiel. Dem einen oder anderen Hörer mag dazu Paul Chambers in den Sinn kommen. Doch dann ist es erneut an dem Saxofonisten, uns auf verschlungene Klangpfade mitzunehmen. Es röhrt und rumort. Zudem ist das Saxofonspiel von forcierten Umspielungen geprägt. In den swingenden Modus verfällt auch der Pianist, dem ebenfalls ein Solo eingeräumt wird.

In den Liner Notes wird bei „Late Show“ davon gesprochen, dass diese Komposition an Thelonious Monk denken lässt, auch nicht unbedingt in den „feurigen“ Saxofonpassagen, sondern in dem melodischen Unisono von Piano und Tenorsaxofon. Den Rezensenten lässt das Stück eher an Nat and Cannonball Adderly denken, jedenfalls streckenweise und hauptsächlich wegen der Färbungen des Klangs durch den Saxofonisten. Solistisch nimmt sich Markus Niittynen im weiteren Fortgang Raum für ein dahinströmendes Pianosolo. Mit Bedacht und sehr sensibel ist das Drumming zu diesem Solo abgestimmt. Zu den Standards, die das Quartett aufgenommen hat, gehört auch „Vilia“ (comp. John Coltrane) mit einer überaus lyrischen Melodielinie. Die Melodielinie, die der Holzbläser zum Besten gibt, lässt an ein laues Frühlingslüftchen denken, an das erste frische Grün, an einen Tag im Park mit spielenden Kindern und flirtenden Liebespaaren.

© ferdinand dupuis-Panther


Infos

Line-up

Aleksi Heinola, drums
Eero Koivistoinen, tenor saxophone
Markus Niittynen
, piano
Nathan Francis
, double bass

https://www.nathanfrancis.net/about
http://eerokoivistoinen.com/pages/
http://markusniittynen.com

https://www.ajabu.com


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