Mosambique - Big City Moves

Mosambique - Big City Moves

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Jazzland

Die Band Mosambique ist ein mehr oder minder aus einer Laune heraus gegründetes Ensemble. Ohne die Frage, ob er denn eine Band kenne, zu deren Musik auf Festivals und auch sonst getanzt werden könne, wäre Mosambique nie entstanden. Ivan Blomqvist, der Keyboarder und Komponist aller Songs auf dem aktuellen Album, hatte auf diese Frage mit Ja geantwortet, ohne dass die Band bereits existierte. Eine Woche verblieb, um Musiker zu finden und die entsprechende „Tanzmusik“ zu schreiben.

Oslo, die norwegische Hauptstadt, ist ein Schmelztiegel. Hier wurden die Ideen für „Big City Moves“ geboren, eine Mischung aus elektronischer Dance Floor Music, Afrobeat, Weltmusik, Hip-Hop und Funk. Blomqvist mit seinem Hintergrund als Jazzer und in freier Improvisation bewandert, steuerte noch weitere Gewürze zum klanglichen Eintopf bei.

Als Bestandteil des musikalischen Eintopfs wurden Kompositionen wie „Big City Moves“, „Mr. Cool“ und „Milla Mo“ zusammengestellt. Hinzukommen Titel wie „The Chase“ und „Fela“ - eine Hommage an Fela Kuti muss man unterstellen. Mit „Into The Night“ entlässt uns die Band in die noch junge Nacht.

Neben Ivan Blomqvist umfasst die Band, deren Name an Afro-Grooves und Afrobeats denken lässt, den Trompeter Lyder Øverås Røed, den Saxofonisten Lauritz Lyster Skeidsvoll, den Bassisten Kristian B. Jacobsen und den Drummer Henrik Lødøen.

Ein sich auflösender Tusch, ein Crescendo zu Beginn, gleichsam die Begleitung zum sich öffnenden Vorhang und dann spitze harte Beats, die galoppieren, so beginnt der urbane Klangtanz. Bläser-Stakkato in Verbindung mit Zäsuren auf dem Tasteninstrument ist zu vernehmen, ehe die Bläser in einen verstetigten Klangfluss verfallen. Dabei ragt der Trompeter stimmlich heraus, ehe der Bandleader Ivan Blomqvist einen beinahe hochflorigen Klangteppich ausrollt. Bläser und Keyboarder bewegen sich dialogisch im Klangumfeld. Erinnerungen an Blood, Sweat & Tears und an Fela Kuti werden hier und da geweckt. Und dann sind die „Big City Moves“ zu Ende.

Rhythmus, Rhythmus und nochmals Rhythmus mit der Fiktion von Beatbox vernehmen wir bei „Mr. Cool“. „Feurige Klangströme“ gehen über in Anlehnungen von Hip-Hop, insbesondere wenn der Saxofonist seinen Holzbläser zu Wort kommen lässt. Das Saxofon röhrt, ehe es sich dann gemeinsam mit dem Trompeter auf einen warmen Klangfluss einlässt. Es geht um bunte urbane Klangwelt.

Als nächstes heißt es „Milla Mo“, eine Komposition, die vom Klangspiel des Keyboards getragen wird. Da vermischen sich kristalline Schemen mit einem satten Klangfuton. Beinahe nahtlos geht dieses Stück in „The Underdog“ über. Der Keyboarder spinnt seinen Klangfaden weiter; das Schlagwerk agiert  nervös. „Eisige Kaskaden“ breiten sich aus. Beinahe lyrisch kommt das Saxofon daher, wird aber recht schnell von den nervösen Beats und dem Klang des Tasteninstruments eingewoben. Ein wenig Funk kommt auf, sehr verhalten, verfolgt man die Sequenzen, die Ivan Blomqvist im Nachgang spielt, dabei auch in der Tradition von Jazz Rock agierend. Hier und da hat man den Eindruck, auch gestimmte Benzinfässer würde bespielt. Das ist wohl allein dem umtriebigen Tastenspiel von Ivan Blomqvist zu verdanken.

Ja, bei „Fela“ gibt es Afrobeats zu vernehmen. An den Bläsern hätte Fela Kuti seine wahre Freude. Spätestens bei diesem Stück – Bezüge zu Osibisa sind auch festzustellen – muss man ins Zappeln kommen und die Komfortzone „Lehnstuhl“ verlassen. Sphärisches ist in den Song eingebunden, wenn Ivan Blomqvist im Solo aufgeht. Teilweise ist ein Schwirren, Flirren, Wimmern und Wabern zu vernehmen. Irgendwie scheint die Luft zu brennen. Und dann setzt der Trompeter noch seine Klangmarken, lässt den klaren Klang seines Horns ertönen. Darunter liegen der dumpfe Bassklang und das Schlagwerkspiel. Im Klangwort vereint signalisieren die beiden Bläser von Mosambique: „Shake your arse!“

Zum Finale heißt es dann „Into The Night“. Das ist feinsinniger Funk jenseits von Les McCann. Mit einer solchen Tanznummer das Album zu schließen, ist echt ein Knaller. Da gibt es Anfeuerungen der Bläser zum rhythmischen Feinschliff des Schlagzeugers. Eine Atempause wird nicht gegönnt. Es geht gut aufgelegt in die Nacht. Na dann ...

Text © ferdinand dupuis-panther – Der Text ist nicht public commons!


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