Moker: Ladder

Moker: Ladder

M

El Negocito Records eNR051

Der Schmiedehammer, nichts weiter bedeutet Moker in der deutschen Übersetzung, das sind Mathias Van de Wiele (guitars & alto horn), Jordi Grognard (tenor saxophone, clarinets & bansuri), Bart Maris (trumpet & electronics), Lieven Van Pee (bass & electronics), und Giovanni Barcella (drums).

Nun saust der Hammer mit allerlei Klang und Kling und Klong auf den Amboss im Gehörgang nieder. Dabei verspürt man Funkenflug, erlebt ein buntes Feuerwerk, vermeint ein Heulen, Grölen, Winseln, Fauchen, Zischen, Dröhnen und Hämmern zu hören – schlicht Musik des Industriezeitalters und weniger der sterilen Postmoderne. 15 Jahre schon bewegt der Klanghammer die Gemüter, Symbol für die Kreativität der fünf musikalischen Kunstschmiede, die Moker bilden. 15 Titel sind auf dem aktuellen Album zu hören, inspiriert von Jazz, Krautrock, Afro Beat, elektronischem Klangmischmasch und psychodelischer Musik der 1970er Jahren. Na ja, und immer sind im Geiste auch Coltrane, Coleman, Miles und all die anderen Größen aus der Jazzgeschichte anwesend, oder?

Wofür, so fragt sich der Neugierige, stehen die Leitern, die kreuz und quer das Cover des Albums zieren? Für Auf- und Abstiege, für Höhenflüge, für Gipfelstürme? Für das stete Erneuern? Für das Streben nach Konstruktivem und Funktionalem? Wir vermuten es, wissen es aber nicht. Als Aufmacher haben die Musiker „As Dark, As Deep...“ gewählt, ein Gemeinschaftswerk und eher der freien und improvisierten Musik zugetan, wie so viele andere Tracks auf dem Album auch. Bei den Arrangements und Improvisationen sind alle Musiker mal mehr und mal weniger beteiligt, so Van de Wiele an „Joy Collision“ und Maris an „Zwengel“. Zwengel? Was bedeutet das denn? Kurbel oder Schwengel lautet die Übersetzung aus dem Niederländischen. Gemeinschaftswerke hingegen sind „Rag Digit“ und „Uthiopia“. Nein, das ist kein Schreibfehler, sondern so und nicht Utopia lautet der Titel des Stücks. Der Mann mit dem Hut, Bart Maris, schuf den Song „Dikken Beuk“ („Dicker Bauch“), und das letzte Stück des Albums lautet „Drunk(en) Monk“ (J. Grognard), ob da auf einen betrunkenen Mönch oder auf Thelonious Monk angespielt wird, ist reine Spekulation.

„As Dark, as deep ...“ erscheint wie eine Aufnahme von Tönen aus den Meerestiefen und den Ozeanwelten. Motorengeräusche paaren sich mit dem Klang der Ozeanbewohner. Man hört das Morsen und die Sonarortung, die Schiffssirenen und den Wind, der an der Schiffsreling und den Aufbauten zerrt. Irgendwie hat man auch den Eindruck, die Musik dringe aus den Tiefen der Erde an die Oberfläche, gleichsam aus Karstkaminen entweichend. Gänzlich anders im Charakter kommt „Joy Collision“ daher. Freudensprünge der Bläser, voran Bart Maris, sind zu vernehmen. Auch ein kurzes Drumsolo durfte eingeschoben werden, ehe Jordi Grognard mit seinem Saxofon in einen Freudentaumel verfällt, sich mit Bart Maris treffend.

In die Welt der Hammerwerke, der Hochöfen, der industriellen Arbeit, die längst eine Fußnote der Geschichte ist, tauchen wir bei „Zwengel“ ein. Mit einer Prise Hardrock und Krautrock geht die Post ab. Es kreischt, es zischt, es hämmert, es vibriert, es quietscht und knarrt. Zugleich ist die Botschaft „Vorwärts, vorwärts! Fortschritt! Fortschritt!“ Aufgeladen ist die Musik. Infernalisch und furios sind zwei Kennzeichnungen, die treffend erscheinen. Ähnlich gelagert erscheint „Zwaar Metaal“, ein Stück mit einem hartnäckigen Bass ausgestattet, über den sich vibrierende Gitarrensaiten erheben. Untergründig verbleiben die nervös aufgelegten Bläser, die ihre Kommentare abgeben. Heavy Metal und Hardrock sind nicht fern, auch wenn die Bläser diesen Eindruck durch ihre „Fanfarenrufe“ ein wenig aufheben.
Moker lässt uns auch einen Faden, wenn auch nicht einen roten, aufnehmen, wenn sie „Thread“ spielen, für ihre Verhältnisse anfänglich doch sehr zurückgenommen, aber im Geist von Free Jazz und Impro angelegt. In klangvollen Galoppaden erleben wir Bart Maris an der Trompete, derweil das Tenorsaxofon von Jordi Grognard dagegen hält. Zwischenzeitlich kann man den Eindruck gewinnen, hier sei eine Posaune am Werk. Wem Chaplins Modern Times in den Sinn kommen mag, der liegt nicht so falsch, wenn er die Musik in entsprechende Bilder übertragen will. Die Maschinenwelt scheint den Rhythmus des Lebens vorzugeben und zu bestimmen. Mit bewegten dunkel gefärbten Klarinettenklängen und an einen Kanon angelehnt, so kommt „Drunk(en) Monk“ daher. Es ist wohl noch das am ehesten melodisch ausgerichtete Stück auf dem Album. Die übrigen Tracks sind rotzig-derb, haben auch Punk und Hardrock im Blut.

Man darf gespannt sein, was Moker in den nächsten Jahren so musikalisch treiben wird. Was sie hier abgeliefert haben, ist ein musikalischer Mix, den man von zeitgenössischen Jazzmusikern erwarten darf. Sie nehmen an Strömungen auf, was nicht nur die Jazzgeschichte und deren Heroen hinterlassen haben, Monk und Parker, Coltrane und Miles und all die anderen sogenannten Legenden. Statt aber diese zu paraphrasieren, haben die fünf Musikschmiede ganz eigene Klangrahmen zusammengenietet – super!

Text © ferdinand dupuis-panther

Press release in Dutch

Vijftien jaar lang creëert Moker avontuurlijke jazz en impro en staat de 'hamer' symbool voor de creatieve kracht van deze vijf muzikale hoefsmeden. Met Gent als uitvalsbasis is het na vier cd producties tijd voor een vijfde creatie: Ladder !! Ladder heeft het volledige spectrum aan muzikale bagage in zich welke deze band op z'n parcours wist te verzamelen en is tevens het resultaat van een werkproces waarbij Moker de reeds begane paden bewust heeft getracht te mijden. De manier waarop de muziek tot stand kwam, het opnameproces alsook het gebruikte instrumentarium resulteren in een kaleidoscopisch doch geheel eigen en karakteristiek geluid dat vol zit met referenties naar tijdloze en inspirerende muzikale helden. Esthetisch gaat de reis langs allerlei hoeken en kanten: van 70's psychedelica, Jazz, Krautrock en Afro tot akoestische songs, minimal music, fanfaresk en electro. 15 jaar Moker, 15 tracks die een exotisch klankavontuur vormen vol fantasie, zonder restricties of taboes en met een krachtige, positieve en constructieve muzikale visie.

Informationen

Label
El Negocito Records
http://elnegocitorecords.com/

Moker
http://www.chopstick.be/vzw/en/moker/
http://www.moker.org


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