Michiel Braam - El XYZ de Son Bent Braam

Michiel Braam  - El XYZ de Son Bent Braam

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Vor 25 Jahren sorgte Bik Bent Braam mit dem Album “The XYZ of Bik Bent Braam” für Furore; es war ein Highlight in der Geschichte des niederländischen Jazz. Vorgetragen wurden 26 Stücke. Dabei handelte es sich um einen Wirbelwind von unterschiedlichen Jazzstilen, denen sich Michiel Braam und seine Mitmusiker verschrieben hatten. Das vorliegende Album muss als eine Adaptation einer Veröffentlichung von 1996 angesehen werden, nun allerdings mit lateinamerikanischen Aromen gewürzt. Alle Stücke von 1996 wurden komplett überarbeitet. Auch die Band ist eine andere. Während des Auftritts beim Stranger Than Paranoia Festival im Dezember 2019 erfolgte ein Mitschnitt, den nun vorliegt.

Michiel Braam meint zum Album: “That program from 25 years ago is important to me, it stands on its own. But I felt the music could be taken elsewhere, that’s why I wanted to do something with it. Since I have done a lot with Latin music in the intervening period, I wanted to let that be reflected in today’s version. Yes, the music on this new album is very much influenced by Latin music, but I have given it my own twist. I really wanted to prevent copying styles, which would turn the whole thing into a pastiche. ...“.

Zu hören sind unter anderem „Apagado“, „Bienestar“, „Chachachando“,„Duelo“ und „Hipsifobia“, aber auch „Jazzz“, „Kuratela“, „Marcha“, „Noisette“, „Qickstep“, Violeta“ und schließlich „Yate“ und „Zafio“.

Mit starker Basslinie, dumpfem Bläsergeschwirre und nervösem Perkussionsspiel kommt „Apagando“ zunächst daher. Ein Sopransaxofon erhebt sich säuselnd und nimmt das Wort, derweil konstante Beats für einen aufwühlenden Rhythmusfluss sorgen, ehe das Stück dann mit dem Klang einer Posaune ausläuft. Kaskadierenden Tastenklang, der sich zeitweilig überschlägt, trifft in „Bienestar“ auf Congas und Bongos sowie auf Bläserunruhe. Eher balladenhaft mutet „Chachachando“ an, geprägt von solistischen Einlagen der vielfältig vorhandenen Bläser, die zum langsamen Cha Cha Cha einladen. Eine Klarinette jenseits des Swingmodus und von Klezmer ist in diesem Stück auch auszumachen. Und nicht zuletzt beim Bläsertutti sieht man Paare in gekonnten Tanzschritten, auch im Wiegeschritt, übers Parkett tänzeln. Salsa oder was – das fragt man sich bei „Duelo“. Sehr fein ist das eingestellte Trompetensolo, unterfüttert von dynamischen Schlagwerkrhythmen und dem ebenso rhythmischen Spiel von Michiel Braam. Röhrende und gurrende Bläser veranstalten schließlich ein fulminantes Klangfeuerwerk. Olé! Oye, oye!

„Hipsifobia“ scheint im Arrangement eher an die der großen Jazz-Orchester der 1940er und 1950er Jahre anzuschließen. Dabei mischen sich düstere und schrille Klangfarben zu einem symbolistisch anmutenden Klanggemälde, mit Neumond, Nebelbänken und irgendwo auch dem „Hund von Baskerville“. Gänzlich anders ist dann die folgende „Improvosación“ ausgelegt, zwischen klassischer Jazz-Impro, Free Jazz und Latin Jazz changierend. Das ist nicht zuletzt Michiel Braam geschuldet. Nahtlos geht die „Improvisation“ dann in „Jazzz“ über. Dies ist ein Stück, dass hier und da ein wenig süßlich-schnulzig daherkommt, aber auch lateinamerikanisches Feuer ausstrahlt, dank an die vereinten Bläser und die drei Perkussionisten der Band! Dann ist Kuba in den Klangfarben ganz nahe.

An ein Zirkusorchester, das zur Pferdedressur aufspielt, erinnert der Vortrag von „Marcha“, zugleich meint man, auch ein wenig eine mexikanische Mariachi-Band aus dem Arrangement herauszuhören. Ein flirrendes Bläsersolo ist für „Noisette“ charakteristisch. Klarinette oder Sopransaxofon ist dabei die zu klärende Frage, ehe dieses Solo von den vereinigten Bläsern eingefangen wird. „Qickstep“, ein typischer Tanz im Standardprogramm von Tanzwettbewerben, findet sich auf dem aktuellen Album zudem. Musikalisch machen wir dabei eine Reise in die späten 1940er und frühen 1950er Jahre, oder? Zum Schluss hören wir dann „Zafio“, eine überschäumende, rhythmische Kaskade, die das Album gelungen abrundet.

Text © fdp


Informationen


Line-up

André Groen, Danny Rombout & Martin Gort percussion
Aty De Windt baby bass
Angelo Verploegen & Joël Botma trumpet
Ilja Reijngoud & Jeroen Verberne trombone
Efraim Trujillo soprano sax, clarinet, flute
Frank Nielander tenor sax & soprano sax
Bart Van Der Putten alto sax
Jesse Schilderink tenor sax
Michiel Braam piano

https://www.michielbraam.com/son


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