Marton Juhasz – Discovery

Marton Juhasz – Discovery

M

self produced

Mit dem aktuellen Album präsentiert uns der aus Ungarn stammende Drummer sein Debütalbum als Bandleader. Um das Album einzuspielen, umgab er sich mit acht Musikern aus vier Kontinenten. Nur aus Australasia ist keiner der Musiker.

Django Bates, Kurt Rosenwinkel, Avishai Cohen & Joshua Redman betreuten die Musiker zwölf Monate lang, sowohl individuell als auch im Ensemble. Am Ende enstand ein Album, das durch eigene Komponisten besticht. Dabei ist das Vokale integraler Bestandteil der Instrumentierung des Ensembles, also eine gleichberechtigte Klangfarbe neben Trompete, Klavier, Gitarre, Posaune und Saxofon.

Marton erhielt in seiner Heimat mehrfach Preisauszeichnungen, ehe er in die USA übersiedelte und am Berklee College of Music studierte. Zweimal wurde Marton bisher mit der Auszeichnung “Drummer of The Year” vom JazzMagazine bedacht. Außerdem  wurde seine Zusammenarbeit mit Lionel Loueke mit Best Hungarian Jazz Albumim Rahmen der Gramofon Awards gewürdigt.
 
Als Ouvertüre hören wir “Sea of Uncertainty”, gefolgt von”The Curve” und “Little Prayer”. “Industry” und “Stino” sind Titel weiterer Kompositionen, die auf dem Album Aufnahme gefunden haben. Hinzuweisen ist zudem auf “Camels In The Sky” und auf den “Schlussakkord” namens “Run”.

“Sea of Uncertainty” lässt wegen des mehrstimmigen Gesangs zu Beginn aufhorchen. A capella ist die Botschaft von A bis Z. Nichts Sakrales geht von “Little Prayer” aus. Beschwingtheit und Unbefangenheit, eine gewisse kindliche Naivität und Verspieltheit strahlt die Komposition aus. Ein Singer/Songwriter könnte sicherlich auf die Melodie, die dahinschwebt, ein paar Verse schreiben. Doch statt dessen erhebt die Vokalistin ihre als Instrument zu begreifende Stimme. Lang anhaltend ist der Stimmfluss. Während die Sängerin in die höheren Klangsphären entschwindet, sorgt der Bass für die erdige Balance. Nicht exaltiert, sondern sehr introvertiert und zurückhaltend agiert der Saxofonist, der die Stimme seines Holzbläsers auslotet und für Außenstehende das Bild einer zart kolorierten Kreidezeichnung enstehen lässt. Die Schönheit der Melodie steht im Fokus. Verschmelzung zu einem Ganzen, von Instrumentalistin und Stimme, steht auf dem Programm.

Der Bass begleitet von einem “Falsett von Stimmen” eröffnet “Strange Glow”, ehe sich dann die Bläser kurz zu Wort melden. Nach und nach findet das Vokale, dank an die chinesische Sänger Yumi Ito, in den Rahmen, den die Instrumentalisten mit Bedacht gezimmert haben. Feine Saitenklänge vermischen sich in der Ferne mit der verfremdeten Stimme. Der Bass zieht unbeirrt seine dumpfen Klangbahnen, ehe das Glühen vergangen ist.

Was machen “Kamele am Himmel”? Nun ja, so lautet ein Titel auf dem aktuellen Album von Marton Juhasz. Hören wir mal, wie das dann klingt: Irgendwie ein wenig nach “Blood, Sweat & Tears” und auch nach Jazz Rock im Sinne des United Jazz & Rock Ensemble. Selten genug ist es, dass ein Posaunist in einem Ensemble Platz findet und sich dann auch noch in aller gewissen Griesgrämigkeit und Brummigkeit zeigen darf. Im Kontrast dazu stehen dann die Tutti der vereinten Bläsermacht. Im Verlauf ergibt sich dadurch ein reiches Klangbild, zu dem dann auch noch mit dem Fender Rhodes und dem Klavier weitere klangliche Facetten hinzugefügt werden.

Stetes Wischen auf den Trommel-Fellen verschmilzt bei “Run” mit dem Gehauche des Saxofons, den kristallin-gebrochenen Saitenklängen der Gitarre und dem weichen Timbre der Vokalistin. Ist da nicht im Fortgang des Stücks sogar eine Einheit von sattem Posaunenklang und dem Vokalen auszumachen? Lauwarme Klangwellen umfangen den Hörer bis zur letzten Note.
 
Text: © ferdinand dupuis-panther – Der Text ist nicht public commons


Informationen

LINE-UP

Marton Juhasz (Hungary) – drums, percussion, composition
Yumi Ito (Schweiz) – vocals, text (track 8)
Sergio Wagner (Argentina) – trumpet, flugelhorn
Paco Andreo (France) – valve trombone
Enrique Oliver (Spain) – tenor saxophone
Szymon Mika (Poland) – guitar
Olga Konkova (Russia) – piano, fender rhodes
Danny Ziemann (USA)– upright bass
 
Musiker

Marton Juhasz
https://martonjuhasz.com/

Album

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