Manu Ribot - Future from the Past

Manu Ribot - Future from the Past

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Off Records

Zurzeit liegt das zweite Soloalbum von Manu Ribot vor, das er zuhause eingespielt und gemixt hat. Ob man für das Album den Begriff Konzeptmusik, Nu Jazz oder Psychodelic Jazz wählt, sei jedem selbst überlassen. Nicht nur im Titel wurde das Album durch die Welt von Star Trek inspiriert, sondern auch im musikalischen Konzept, das immer wieder auch Sphärenklänge in den Vordergrund bringt. Das schließt die musikalischen Vorstellungen von Reisen durchs All und vom Auftreten von Wesen fremder Galaxien ein. Es ist die Welt von Science Fiction, die uns Manu Ribot musikalisch erschließt, auch mit elektronischen Klangwellen, die stets zu vernehmen sind.

Der französische Gitarrist Manu Ribot, der immer wieder einmal auf Zeit auch in Belgien lebte, ist ein Autodidakt.  Er spielte vor seiner Übersiedlung nach Brüssel im Jahr 1992 in verschiedenen Punk-Rock-Bands. Nachdem er fünf Jahre lang mit Amarak lab gespielt hatte, arbeitet er mit Pierre Vervloesem für dessen Albumeinspielung „Chef- d’Oeuvre“ zusammen. Seither spielen die beiden immer mal wieder miteinander. Zurück in Frankreich stand für Ribot die Arbeit mit der Punk-Rock-Band Weak an. Anschließend kehrte er wieder nach Belgien zurück. Dort entstand dann sein erstes Album unter dem Namen „The Claude Zac Ensemble“. Das war das erste Album, auf dem Ribot Gitarren, Bass und Keyboards spielte und zudem auch Effekte programmierte.

Das aktuelle Album macht mit „NCC-1701“ auf, gefolgt von „Bolian Blue“ sowie „Koh-Nar“. Außerdem sind auf dem Album nachstehend genannte Titel zu hören: „Photonic Daydream“,
„A City on the Edge of Forever“, „Ornithoid Life Form“, „Friendship One“ und als Schlussakkord „Erosene Wind“.

Stark rhythmisiert und vermischt mit einem Synthesizer-Sound, der sich flachwellig ausbreitet, so kommt „NCC-1701“ daher. Darüber liegt eine harte Gitarrenlinien, in einer Art Endlosschleife. Auch andere elektronische Effekte dringen ans Ohr des Hörers. Dabei fühlt man sich an die oszillierenden Tonsequenzen eines Theremin erinnert. Eine gewisse Trance geht von diesem Stück auch aus. Raver und Liebhaber von Goa Parties hätten gewiss auch ihre Freude an den nachhaltigen Klangteppichen, die Manu Ribot vor uns ausbreitet. Das gilt auch für „Bolian Blue“. Da gibt es keine wimmernde und schnurrende Gitarre, sondern Linien, die an die Rockmusik der frühen 60er Jahre erinnern, als Musik noch handgemacht war und die Strukturen überschaubar schienen, ob bei den Beatles oder Rolling Stones. Gewiss Manu Ribot verliert sich auch in „Hochbeeten des Klangs“, die elektronischen Ursprungs sind. Doch das verdrängt die distinkten Gitarrenkonturen nicht, die er zum besten gibt.

„Photonic Daydream“: Ein Tropfen, zunächst in der Distanz, dann näher kommend und sich verstetigend, eine zart wimmernde und bisweilen schnalzende Gitarre – das ist die Melange für diese Komposition. Hier und da musste der Rezensent auch an die erfolgreichste Instrumental-Rock-Band aller Zeiten, The Ventures, denken. Wer übrigens die Filmmusik von „Local Hero“ kennt, der wird dieses Stück besonders schätzen. Mark Knopfler scheint im Geist gleichfalls anwesend zu sein, oder? „Ornithoid Life Form“  - ein Blubbern und ein konstantes Schwirren, dazu ein gequält-gezogener Gitarrenklang, ein bisschen Klang-Stakkato obendrein, Klangfärbungen von Gegröle und Aufregung, aus dieser Mischung besteht die genannte Komposition.

Außerdem noch ein Wort zu „Friendship One“: Eine rhythmische Walze, die vorwärtsrollt, trifft bei diesem Stück auf eine losgelöste Gitarrensequenz, die durchaus etwas von Jimi Hendrix hat und zwischen „Purple Haze“ und „Voodoo Child“ anzusiedeln ist. Am Ende des Albums erleben wir „Winderosionen“: Gesäusel und Geflüster vernehmen wir. Diese sind auch den Gitarrenlinien unterlegt, die wenig an Orkan, sondern eher an die Winde denken lässt, die Sandkorn für Sandkorn hohe Wanderdünen abtragen.

Text © ferdinand dupuis-panther

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