Kraske Neufang Arenz: Minds Without Fear

Kraske Neufang Arenz: Minds Without Fear

K

Mons Records MR 874 597

„King Of My Song“, so lautete 2011 der Titel des Debütalbums von Heike Kraske und Uwe Arenz, auf dem Jens Neufang, Baritonsaxofonist der WDR Big Band bereits als Gastmusiker zu hören war. Ihr Debüt als Trio-Besetzung brachten sie dann erfolgreich mit „Unspoken“ (MONS MR 874 549) heraus und stellen nun mit „Minds Without Fear“ ihr aktuelles gemeinsames Album vor.

Jens Neufang ist auf dem aktuellen Album nicht allein am Baritonsaxofon, sondern auch am Sopransaxofon und der Flöte zu erleben, ergänzend zu dem warmen Timbre von Heike Kraske und dem vielseitigen Spiel des Gitarristen Uwe Arenz. Dieser zeichnet außerdem federführend für die Arrangements der aktuellen Produktion verantwortlich. Als Gast hören wir neben den drei Genannten den Tabla-Spieler Arup Sen Gupta, der auf ganz eigene Weise Songs wie „Jazz 'n Samba“ eine rhythmisch-würzige Note gibt.

Mit „Die Sprache des Regens“– Michael Kunze verfasste zu Baden Powells Komposition einen Text – wird das Album eröffnet. „Minds Without Fear“ – ursprünglich als Instrumentalstück konzipiert – wurde für die Einspielung auf dem Album mit einem Text des indischen Dichters und Philosophen Rabindranath Tagore versehen. Charlie Hadens „La Pasionaria“ ist ein Klassiker und auch dieser wurde um einen Text ergänzt, in diesem Falle um einen Text von Sarah Margeret Fuller. „Mother Nature’s Son“ und „So ein Tag“, eine Eigenkomposition von Heike Kraske, sind weitere Hörgenüsse, die uns das Trio beschert. Zum Ausklang gibt es dann noch Jazz in brasilianischem Gewand – Jobims „Jazz'n Samba“ – und zum Schluss James Taylors „You can close your eyes“. Ach übrigens, auch der Beatles hat sich das Trio angenommen und eine ganz eigenwillige Interpretation der Lennon/McCartney-Komposition „Got to get you into my life“ eingespielt.

Ein röhrendes Saxofon, zarte Saitenklänge und der Gesang von Heike Kraske, die anfänglich auch Scat Vocal zum Besten gibt, sind die Zutaten für Baden Powells „Canto de Ossanha“, interpretiert durch das Trio Kraske-Neufang-Arenz. „Die Sprache des Regens versteht so wie ein verschlüsseltes Gedicht ...“ sind Fragmente aus dem Song, dessen Text leider nicht auf der Albumhülle zu finden ist. Doch die Rhythmen Brasiliens und der Bossa gehen beim Zuhören ganz und gar ins Blut. ... Ich möcht´ mich als Quelle befreien, von allem was mich heute quält, und 10000 Jahre alt sein … Vai, vai, vai, vai - nao vou Vai, vai ..."

Aus der Feder von Uwe Arenz stammt „Minds Without Fear“: Eine Gitarre, die katzengleich schnurrt und schwingt, mit Distortion teilweise verfremdet, mit Hall unterfüttert, aber auch ein Flageolett sowie die Tablas, die von Arup San Gupta bespielt werden, nebst zarten Kaskaden des Saxofons sind die Zutaten des Songs. Auch Heike Kraske trägt mit ihrem Gesang zur Abrundung des Songs bei, der durch die Tabla-Rhythmen eine gewisse orientalische Note bekommt. Arup San Gupta – auch Gast bei „Jazz'n Samba – ist dabei nicht nur hintergründig zu hören, wenn das Säuseln des Saxofons zu vernehmen ist. Durch die Art des Scat Vocals mischt sich eine Teelöffelspitze Brazilian Jazz in den Song. Die eher rockige Würze steuert dann Uwe Arenz bei, der hier und da sein Saiteninstrument auch beinahe wie eine Sitar klingen lässt.

„Mother Nature's Son“ ist nicht der einzige Beatles-Song, der auf dem Album zu finden ist. Auch „Got To Get You Into My Life“ ist das Werk des Duos John Lennon/ Paul McCartney. Nur was macht das Trio aus diesen Oldies? Mit einem schönen Fingerpicking beginnt „Mother Nature's Song“. Dieses setzt sich fort und wird durch das quicklebendige Saxofonspiel von Jens Neufang umschlungen. Angelegt wurde die gesangliche Interpretation m. E. zwischen Folk- und Protestsong. Man denke dabei zum Beispiel an Joan Baez. Nein, Heike Kraske ist weit davon entfernt, Baez zu kopieren, aber vom Charakter des Vortrags her sind die Beatles ferner als so mancher bekannte amerikanische Folkbarde.

Zu den Klassikern des brasilianischen Jazz gehört gewiss „Jazz'n Samba“ von Antonio Carlos Jobim. Samba ist dabei allgegenwärtig. Mehr als das Wippen mit den Fußspitzen ist angesagt, auch dann, wenn Heike Kraske die lyrischen Verszeilen aufgibt und sich dem Scat Vocal verschreibt. Das Saxofon ist mit gehauchten Sequenzen zu vernehmen. Starke Akzente setzt dazu der Tabla-Spieler. Ihn unterstützt der Gitarrist in der Rhythmusführung. Derweil umspielt der Saxofonist die Melodielinie, bevor dann Heike Kraske in Deutsch zu singen beginnt: „Dieser Groove (?), der ist so scharf, ich glaub' jetzt wird mir alles klar … Die Samba, die Samba … Ich hab' dich so lieb, die Samba, du bist heut' mein Rendezvous ...“ – sind weitere Versbruchstücke, die der Rezensent aufschnappen konnte. Zum Abschied steht dann nicht James Taylor auf der Bühne, aber zumindest ein Song von ihm wird vorgetragen: „You can close your eyes“.

Für Jazzpuristen ist dieses Album gewiss nicht gedacht. Die Anleihen an Beatmusik und an lateinamerikanischer Rhythmik sind nicht jedermanns Geschmack. Wer allerdings Pop und Beatmusik in einem anderen musikalischen Gewand hören möchte, der wird von den Aufnahmen bestimmt nicht enttäuscht sein.

Text © ferdinand dupuis-panther


Press Release in English by Mons Records

Heike Kraske and Uwe Arenz's 2011 debut album entitled 'King Of My Song' already featured baritone saxophonist Jens Neufang of the WDR Big Band as a guest musician. Their debut release as a trio was the successful Unspoken (MONS MR 874 549), and they now present their latest album together, Minds Without Fear. Once again, and on numerous instruments, the virtuoso woodwind player Jens Neufang adds to the warm, moving voice of Heike Kraske and the dynamically sensitive playing of Uwe Arenz, the guitarist who is also responsible for the arrangements on this production. As a special guest, the three musicians welcome the tabla player Arup Sen Gupta, who enriches the title song "Minds Without Fear" and the composition "Jazz 'n Samba" with even more exceptional tones. The trio's current production is delivered with a broad range of styles; original compositions, jazz standards, sophisticated latin and pop songs with world music influences and touches of singer-songwriter. The three musicians produce their own soundscape and surround it with complex rhythms, swinging grooves and nuanced improvisations. The instrumentation on this production is remarkable. In addition to four different guitars, there and three different woodwindinstruments plus tabla and shaker. This allows the minimalist trio line-up to achieve an amazingly varied range of sounds. The unifying element running through this multiplicity of sounds is Heike Kraske's incredibly expressive and moving voice – whether performing lead or scat vocals. Subtle, finely etched interludes within the musical interplay are the trio's stand-out feature. The pieces also vary thematically. "Minds Without Fear" was originally conceived as an instrumental piece, but has since received a text by the Indian poet and philosopher Rabindranath Tagore. Charlie Haden's "La Pasionaria" seems to have been waiting for text by writer Sarah Margeret Fuller - it fits so naturally into this arrangement of the classic. From "Die Sprache des Regens" (The Language of the Rain) by Michael Kunze to Baden Powell's composition "Canto de Ossanha", the series of songs with poetic appeal continues on. The fact that the three musicians have a real soft spot for the Beatles, and that they know how to harness this in a virtuoso and uniquely individual way, can be heard on both "Mother Nature's Son" and the rocking and swinging "Got To Get Into My Life".

Informationen

Label

http://www.monsrecords.de

Musiker
Heike Kraske
http://www.heikekraske.de

Trio Kraske-Arenz-Neufang
https://de-de.facebook.com/pages/Trio-Kraske-Arenz-Neufang/


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