Kekko Fornarelli Trio - Abaton

Kekko Fornarelli Trio - Abaton

K

Eskape Rec.

Schon wieder ein Trio werden viele Jazzfreunde denken. Ja gewiss, es ist sogar ein klassisches Jazz-Trio bestehend aus Kekko Fornarelli (piano, synth, samples), Federico Pecoraro (electric bass) und Dario Congedo (drums). Doch es ist nicht dem Mainstream verbunden, versucht nicht in die Fußstapfen von Garner, Monk oder Peterson zu treten, ist nicht im amerikanischen Jazz total versunken, der sich für den genuinen Jazz hält.

In der zirkulierenden Presseerklärung zum Album lesen wir nachstehende Zeilen: „A visionary idea beyond genres, beyond form, beyond the music itself, but faithful to Kekko intense soul and his innate vocation to express and communicate it. Meeting Kekko Fornarelli today and let your emotions to dance with his music, is an experience coloured of truth and beauty.“ das klingt nach PR-Text und nach abgestandenem Klapperatismus, der mit  Worten jongliert, ohne der Musik Fornarellis wirklich auf den Grund zu gehen.


Eher in einem O-Ton des italienischen Pianisten kommen wir seinem musikalischen Konzept und seinen Ideen näher: „I am a tool in its hands, but at the same time music lets me express my life with an authentic language made of cells, muscles, emotions, a language able to translate my silence too. My curiosity is a never ending journey, that takes me beyond any shapes, surprising my breath every time in a different way, always worth living and telling.”

Mit „The Drop And The Rock“ eröffnet das Trio sein Album „Abaton“. Zu hören sind außerdem „In The Name of the Fathers“, „Lonesome Tears“ und „Gulls from The Bosphorus“, ehe der bereits erwähnte Track „Abaton“ den Schlusspunkt bildet.

Mit gesetztem Tastenschlag beginnt „The Drop and The Rock“, unterlegt mit ein wenig Samplemix. Narrativ im Stil setzt der Pianist sein Spiel fort, begleitet von einem steten Schlagwerk und einem tief gegründeten Bass. Zu neuen Ufern scheint der Pianist aufzubrechen. Zumindest ist das dem Spiel zu vernehmen, das nicht verkopft ist und sich nicht in allerlei Spielereien verliert. Eine klare Linie wird verfolgt, auch wenn Flötenhaftes dem Spiel beigemischt ist. Und auch vor einem Oboensample scheint das Trio nicht zurückzuschrecken. Irgendwie hat man den Eindruck von Konzeptmusik und auch Alan Parsons Kompositionen kommen dem einen oder anderen beim Zuhören in den Sinn. Dass dabei ein Track bis ins Detail ausgeformt ist, mag manchem nicht gefallen, doch solche Kompositionen bleiben beinahe wie ein Ohrwurm im Gedächtnis des Hörers haften.

„Einsame Tränen“ stehen bei dem Trio auch auf dem Programm. Getragen und melancholisch zeigt sich dieser Track, auf dem der Klangrausch des Synthesizers ein Fundament bildet, auf dem aufgebaut wird. Hart sind die Felle gespannt, auf die die Sticks treffen. Düster-dunkel gibt sich der E-Bass und klanghell das Klavier. Beim Zuhören kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Songhaftes vorgetragen wird, um nicht Popsonghaftes zu sagen.

Nachfolgend besuchen wir musikalisch den „Joy Shop“. Dazu lauschen wir einer aufgeweckten, frühlingshaften Melodielinie. Auch bei diesem Track drängt sich das Stichwort „Pop und Jazz“ auf. Der besondere Hinweis bei diesem Track gilt der eindringlichen Passage, die vom Synthesizer bestritten wird, ehe wieder ins gängige Thema zurückgefunden wird.

„Besungen“ werden von dem italienischen Trio rund um Kekko auch die „Möwen vom Bosporus“. Doch kreischende Möwen vernehmen wir nicht, eher erzählerisches Klavierspiel über geschäftige Fähren, über Passanten, die kommen und gehen, über sich Treffende und sich Verabschiedende. Schließlich wird musikalisch noch „Abaton“ vorgetragen. Der Begriff kommt aus dem Altgriechischen und steht für „unzugänglich“. Doch das trifft für den von Streichern und dem Klavier dominierten Track nun gewiss nicht zu. Eher konzertant erscheint die Komposition und in gewisser Weise auch von einer verhaltenen Dramatik durchzogen.

Das Trio um Kekko Fornarelli ist schlicht und ergreifend ein klassisches Trio. Hätte der Pianist nicht auf einen Synthesizer zurückgegriffen und auf Samples, so wäre es ein konventionelles Trio durch und durch. So aber gibt es überraschende Klangwendungen, die die Tracks durchaus spannend machen.

Text: © ferdinand dupuis-panther / The review is not public commons!

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