Jacques Stotzem - Places We Have Been

Jacques Stotzem - Places We Have Been

J

Acoustic Music Rec.

Mit dem belgischen Gitarrenvirtuosen unternehmen wir eine abwechslungsreiche Klangreise.

Nein, es sind nicht genau definierte Orte, die Stotzem für uns ausgewählt hat, nicht Brüssel, Kopenhagen oder Berlin, sondern es ist der Weg, den er uns musikalisch eröffnet. Der Weg ist der Wechsel von A nach B. Schließlich sind es auch die Seiten eines Reisetagebuchs, die wir zu lesen bekommen, wenn die Saiten der Gitarre schwingen. Höhenflüge erleben wir und auch Einkehr sowie Stille. Immer ist der Weg das Entscheidende. Der Alltag scheint weit in der Ferne zu liegen, wenn Stotzem vor unseren Augen die Ferne skizziert, aquarelliert und malt. Im Klangspiel wird das Farbenspiel neuer Welten sichtbar, das uns der Gitarrist vor Augen führt. Mal hat man wie in „Places we have been“ den Eindruck, mit der Thermik über der Landschaft auf- und niederzusteigen, dahinzugleiten und ganz schwerelos zu sein; mal aber ist es auch die Stille, wie in „Tranquilité de jours simples“, die Stotzem feinfühlig für uns erschließt. Nordisches Licht am Polarkreis wird dabei ebenso am Himmel sichtbar wie das Licht des Südens, das die Expressionisten Punkt für Punkt auf die Leinwände bannten.

Wir sind „On The Road again“ auch ohne Rockrhythmen und wispernde sowie heulende Gitarren. Dafür aber träumen wir bei der Musik von Stotzem von „It could last forever“.  Stotzem mischt ein wenig Melancholie bei, denn ewig ist nichts, aber wir wünschen uns, es wäre so. Gewiss, auch eine feine Beigabe von Romantik kann man in diesem Stück ausmachen. Gelegentlich fühlt man sich an die eine oder andere Komposition Mark Knopflers, zum Beispiel an die Filmmusik zu „Local Hero“, erinnert.
 
Zuweilen meint man wie bei „Morgen geht‘s weiter“ die Liedermacher von gestern, Joan Baez, Arlo Guthrie, Bob Dylan oder Pete Seeger, aber auch die, die sich einst auf der Burg Waldeck versammelten, heraushören zu können. Mit den heutigen Singer/Songwritern hat das wenig gemein.

„Nostalgie d‘un soir“ scheint sich an Musette anzulehnen und zudem dem französischen Chanson nahe zu sein, auch ohne Lyrik. Im Geiste kann man sich an die großen Chansonniers erinnern, an Becaud, Greco, Barbara oder Aznavour. Leid und Leidenschaft scheinen sich wie im Chanson im Spiel von Stotzem zu bündeln.

Nach dem Erlebnis eines nostalgischen Abends, sind wir in der „Mitte von Nirgendwo“. Einen ungehinderten Blick bis zum Horizont skizziert Stotzem mit „Middle of nowhere“. Zugleich muss man beim Hören an die ausgedehnten Binnendünen längs der belgischen Küste nahe De Panne denken oder an die Landschaft Hoge Veluwe. Dort scheint es ewige Bewegung der Landschaft zu geben und der Mensch nur verloren im Sandfluss. Sandkörner werden abgetragen, aufgewirbelt und abgelegt. Dünen wandern, langsam, aber stetig. Zugleich ist es auch ein Nirgendwo im Irgendwo.

Übrigens, Kontemplation scheint sich bei Stotzem wie ein roter Faden durch seine Kompositionen zu ziehen, auch bei „La tranquillité des jours simples“ und „Vue sur mer“. Das ist in vielfältiger Weise wahrer Balsam für die Seele!

Text © F. Dupuis-Panther


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Jacques Stotzem
http://stotzem.com

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