Jacques Stotzem - Handmade

Jacques Stotzem - Handmade

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Acoustic Music

Der aus der ehemaligen „Wollestadt“ Verviers (Belgien) stammende Gitarrist Jacques Stotzem legt mit „Handmade“ seine jüngste Veröffentlichung vor. Zunächst erleben wir akustische Zeitlupe („Slow Motion“), schauen zurück („Looking Back“), haben wir schöne Tage („Les Beaux Jours“) und freuen uns über einen „Big Deal“. Nicht eine Blaupause zeichnet der Gitarrist Stotzem, sondern er fertigt einen Bluesdruck („Blues Print“) für den Zuhörer. Mit einer schönen Sommernacht („Une Belle Nuit d'Étè“) schließt das Album.

Gewiss das Thema kommt langsam daher, ohne dass wie in einem auf Spannungsbögen ausgelegten Kinofilm eine Zeitlupe irgendwann zu gefrieren droht. Während des Hörens mag man sich einen Text vorstellen, der einem französischen Chanson von Barbara oder Jacques Brel gleicht, oder? Während des Saitenspiels hat der Zuhörer hier und da die Vorstellung, die Zeit ziehe langsam vor seinen Augen dahin, auch die Jahreszeiten. Man kann sich zudem vorstellen, dass die Musik für einen Film geeignet ist, der in der Provence spielt und das Licht des Südens einfängt. Jedenfalls ist das Eröffnungsstück dazu gedacht, die Welt positiv zu sehen, Pandemie hin oder her.

Gewisse melancholische Züge sind bei „Looking Back“ auszumachen. Traurigkeit schwingt in den Saitenharmonien mit. Dabei ist eine Tendenz zum Choralhaften wohl auch nicht zu übersehen, oder? Zudem ergibt sich eine Entsprechung zwischen symbolistischen Gemälden - man denke an die einsamen Küstenlandschaften von Leon Spillaert - und der präsentierten Musik. Sommer, Sonne, Meer, blauer Himmel, Unbeschwertheit – all das bündelt Stotzem in seiner Komposition „Les Beaux Jours“, die von der Melodieführung und den Harmonien an Liedermacher der 60er und 70er Jahre erinnert. Balladenhaft ist das Stück angelegt, und die Melodie spinnt dabei einen dichten Erzählfaden.

Nachfolgend sehen wir in „Daylight Fades“ das vergehende Tageslicht. Und auch hier versteht es Stotzem, melodiöse Erzählkunst zu präsentieren. Die stimmungsvollen Gemälde der Romantiker wie Johann Christian Dahl – man denke an seine Hafenansichten im Mondlicht – drängen sich beim Hören der Musik auf. Der Tag geht zur Neige und die Hektik des Alltags vergeht – das ist die musikalische Botschaft. Und so findet der Hörer eben  auch seinen Ruhepunkt, wenn er den fein gezupften Klangschraffuren folgt.

Und dann, ja dann tauchen wir in die Welt des Blues ein, in die Welt von u. a. John Lee Hooker, also von Country Blues, ohne Wah-Wah, Gewimmer und E-Gitarren-Jaulen. Was Stotzem präsentiert, ist eher dem „Ur-Blues“ nahe, der seine Wurzeln in den Gesängen afrikanischer Sklaven auf den Baumwollfeldern hat. Als Könner des „Fingerpicking Style“ erweist sich Stotzem in „Pick me Up“, einem Titel, der auch einen gewissen Swing ausstrahlt. Und Swing meint dabei durchaus Swing im klassischen Sinn!

Schließlich kommen wir zum Schlusstitel, der uns eine schöne Sommernacht verspricht: Sehr viel Lyrik liegt dabei im Spiel des belgischen Gitarristen, der das Handgemachte schätzt. Und das ist wahrlich ein Ohrenschmaus.

© ferdinand dupuis-panther


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http://stotzem.com
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