Herve Samb – Teranga

Herve Samb – Teranga

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Euleuk Vision

Der aus Dakar (Senegal) stammende Gitarrist Herve Samb hat unter anderem mit Jimmy Cliff, Meshell Ndegeocello, Oumou Sangaré, Amadou & Mariam, David Murray, Marcus Miller, Salif Keïta, Lisa Simone und auch mit dem leider sehr früh verstorbenen belgischen Gitarristen Pierre van Dormael zusammengearbeitet. Zu hören ist Samb auf mehr als 100 Alben. Zu den Meilensteinen seines künstlerischen Schaffens zählen Platten wie „Cross Over“ (2009), „Kharit“ (2012) und „Time To Feel“(2013).

Seine jüngste Produktion nennt sich „Teranga“ und widmet sich dem Konzept "Jazz Sabar". Dieses hat er gemeinsam mit senegalesichen Musikern in seiner Heimat Dakar entwickelt. Für dieses Projekt ließ sich Herve Samb von einem Pariser Gitarrenbauer eine spezielle Gitarre bauen, die denen gleicht, die Sintis und Roma für ihre musikalischen Vorträge bevorzugen.

Herve Samb äußert sich zum Album mit den Worten "This album is a door". Gemeint ist dabei eine Tür, die eine Reise aus der westlichen Welt nach Afrika erlaubt, ein Zugang zur Moderne und zur Tradition. In Wolof bedeutet „Teranga“ "Einladung" und "Gastfreundschaft". Mit „Teranga“ vermittelt Samb auch sein Konzept des Genres „Jazz Sabar“, das sich auf eine spezifische Rhythmik in der Musik des Senegals bezieht.

Um sein Konzept zu realisieren, gewann Samb Alioune Seck, einen Perkussionisten, der sich auf traditionelle Rhythmik bestens versteht. Zu den Standards, die sich auf der Veröffentlichung finden lassen, führt Samb aus: "I picked them because they had a positive, major, happy note. They merged well into metrics and the Senegalese approach." ´Zu den Standards, die man hören kann, gehören "There Will Never Be Another You", "Days of Wine and Roses" und "Giant Steps", deren Themen und Melodien weitgehend unverändert bleiben, aber durch spezifische westafrikanische Rhythmik doch ein neues Gesamtklangbild erhalten.

Es finden sich auf dem Album auch „traditionelle Songs“ wie „Saaraba“, „Dem Dakar“, „Tasé“ und „Denianke“. Neben Samb und Seck hören wir dabei auch den Bassisten Pathe Jassi und den Drummer Aboulaye Lo. Zudem treten bei einzelnen Songs weitere Musiker hinzu, so Soulemyane bei „Saaraba“.

Der Song „Thossane“ unterstreicht gleich zum Beginn des Albums, wie abwechslungsreich, feingliedrig und differenziert der Klangteppich angelegt ist, den Herve Samb mit seinen Mitmusikern vor uns ausrollt. Nachhaltig vernimmt man  das Schlagwerk, beinahe im Stakkato gesetzt, und schwungvoll-dynamisch im Beat. Das Stück „Saaraba“ beginnt in einem Liedmodus. Gesang dringt an unser Ohr, und auch der Klang eines Streichinstrumentes sowie eine episch aufgelegte Gitarre ist wahrzunehmen. Man wüsste nur so gerne, welcher textliche Inhalt transportiert wird.

„Dem Dakar“ eröffnet mit Schlagwerkeinsatz. Tick-tick-tick vernimmt man als rhythmische Nuance. Wüsste man es nicht besser, so meinte man, statt der Gitarre eine Kora zu hören. Sonorer Gesang dringt obendrein ans Ohr des Hörers. Dazu gesellt sich ein tanzendes Saitenspiel und die mit einer Handfläche und Stick gespielte Sabar, eine senegalesische Trommel, die ein wenig in der Form an Congas erinnert. In einem „stolpernden Rhythmus“, der vom quirligen Gitarrenspiel Sambs überlagert wird, geht es weiter bis zum Schluss.

„Days of Wine and Roses“ ist ein Song von Henry Mancini von 1962 mit einem Text von Johnny Mercer. Geschrieben wurde der Song für den gleichnamigen Film, der 1963 in die Filmpaläste kam. Auffallend ist die Tatsache, dass bei Sambs Interpretation das eher lyrische Gitarrenspiel durch die rhythmischen Interventionen konterkariert wird.  Der Song  „Giants Steps“ verwandelt sich bei Samb in einen veritablen Rap, jedenfalls in großen Teilen dieser Komposition von John Coltrane.  Fazit ein gelungener Mix aus westafrikanischer Musik-Tradition und Jazz!

Text: © fdp


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