Hagiga Sextet - New Directions

Hagiga Sextet - New Directions

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Das Alon Farber Sextett Hagiga wurde 2001 in Tel-Aviv gegründet. Der Saxofonist Alon Farber hat dieses musikalische Projekt gemeinsam mit Dani Benedikt ins Leben gerufen. Benedikt, der Drummer der Band, zeichnet für „Like Farb“ und „One for Uchshplup“ als Komponist verantwortlich. Alon Farber hingegen komponieret „Green Lizard“ und die Suite „New Directions“. Für seine bisherigen kompositorischen Werke wurde Farber mit dem in Israel prestigeträchtigen »Prime Minister Award for Jazz« ausgezeichnet.

Das nun erhältliche Album „New Directions“ wurde mithilfe des brasilianischen Perkussionisten Joca Perpignan realisiert. Hagiga hat auf diversen wichtigen Festivals konzertiert, so waren sie beim »Tel Aviv International Jazz Festival«, beim »International Showcase« in Jerusalem, beim »Paris Jazz Festival«, dem »Red Sea Jazz Festival«, dem »Jerusalem International Jazz Festival« und beim »Copenhagen Jazz Festival« zu hören.

Zu Beginn des Albums erklingt „Green Lizard“: Gadi Lehavi eröffnet das Stück mit sehr getragenen Klavierpassagen, bei denen man jedoch nicht an eine flinke Echse denkt. Anschließend hört man die vereinte Macht der Bläser einschließlich des fein gestimmten Sopransaxofons von Alon Farber. Folgend vernimmt man kurze Tastenschritte. Wenn man eine Mauereidechse oder eine Smaragdeidechse vor Augen hat, so entspricht der rhythmische Fluss des Stücks dem wieselflinken Verschwinden von Eidechsen, die sich gerade noch gesonnt haben, in schmalsten Mauerritzen. Danach lauschen wir wohl dem Altsaxofonisten Hagari Amir bei seinem dynamischen Solo. Dieser reizt die ganze Klangbreite seines Instruments aus und setzt dramatische Akzente. Man denkt dabei daran, wie ein Waran hinter kleinen Echsen hinterherrennt, um sie als Beute zu verspeisen. Auf das Altsaxofon stimmt sich danach das Sopransaxofon ein, das sich bisweilen in einem Triumphgeheul ergeht.

Aus vier Teilen besteht die Suite „New Directions“, angefangen bei „Night Walk“ und endend bei „Seven Four Seven“. Nächtliche Stille strahlt der erste Teil der Suite aus. Man denkt beim Zuhören an einzelne Nachtschwärmer, die langsam nach Hause schlurfen. Licht scheint nur hinter wenigen Fenstern. Die musikalische Federführung liegt in der Hand des Altsaxofonisten, der für einen gewissen Klangrausch sorgt. Dabei vereint er ein Raunen mit tonaler Ekstase. Augenscheinlich ist die Nacht kurz, denn nahtlos geht „Night Walk“ in „Short Dream“ über. Der kurze Traum schwebt dahin, ohne sich zu einem Alptraum zu entwickeln und er endet mit dem sonoren Posaunenklang. Der Morgen mit seiner Dämmerung wird mit perkussiven Klangelementen eingeläutet: „Dawn Dance“ lautet dieser Teil der Suite. Tomer Bar am Piano vermittelt gemeinsam mit dem Drummer den Eindruck von trappelnden Schritten auf Kopfsteinpflaster. Stetig beginnt das urbane Leben, so lautet die Klangbotschaft. Die Bläser vereinen sich in der Kakophonie des Stadtverkehrs. Eilig huschen Passanten durch die Straßenschluchten. Das sind Bilder, die sich u. U. beim Zuhören einstellen. Nach und nach erhebt sich die Sonne und kratzt an den Dächern der Häuser. Die Stadt ist erwacht. Der letzte Teil der Suite widmet sich „Seven for Seven“, einer ungewöhnlichen Zeit, denn eigentlich kennen wir nur 5 vor 12 als gängige Redewendung, oder? Musikalisch setzt sich in diesem Teil fort, was in „Dawn Dance“ angelegt wurde: der pralle urbane Alltag. Dabei hat man gerade bei den letzten beiden Teilen der Suite den Eindruck, Nat and Cannonball Adderley seien im Geiste anwesend.

Welch musikalischen Kontrast bietet hingegen das balladenhafte Stück „Ofer (dedicated to Ofer Levy)“. Abschied, Sehnsucht, Wiederkehr. Abendstimmung – all das ist in den harmonischen Strukturen des Stücks zu finden. Herausragend ist das getragene, beinahe schwermütig zu nennende Posaunensolo von Oded Meir. Abschließend noch eine Bemerkung zu „Minuet For Maya“: Sobald die Bläser sich einstimmen, muss man an Arrangements der Adderley-Brüder denken. Wenn dann der Pianist das musikalische Zepter in den Händen hält, vernimmt man Kaskadierungen, die hier und da an ein Menuett denken lassen. Allerdings hat man eher den Eindruck, auf einem Board über Stromschnellen zu tanzen. Wie in anderen Stücken auch lässt Alon Farber seinen Bandmitgliedern Entfaltungsraum und spielt sich nicht aufreizend in den Vordergrund. So ist das Sopransaxofon nicht die bestimmende Klangfärbung, und es entstehen dynamische, bunt gefärbte Arrangements jenseits einer banalen Schematisierung.

© fdp


Information

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https://www.hagiga.com/music

Line-up

Alon Farber - Soprano Sax
Hagai Amir - Alto Sax
Oded Meir - Trombone
Gadi Lehavi - Piano (tracks 1,7,8)
Tomer Bar - Piano (tracks 2-5,6,9)
Assaf Hakimi - Contrabass
Dani Benedikt - Drums
Special Guest: Joca Perpignan - Percussion (tracks 2, 4, 5, 9)

Arrangements by Alon Farber and Dani Benedikt


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