8minutes nordic jazz tunes

8minutes nordic jazz tunes

E

self production

Von „Elevation of Love“ (Esbjörn Svensson / e.s.t.) und „Passacaglia“ (Lars Danielsson) sowie „Den ensamme Mannen“ (Martin Tingvall)  über „Dodge the Dodo“ (Esbjörn Svensson / e.s.t.)  und „Taksim by Night“ (Lars Danielsson) bis hin zu „Orange Market“ (Lars Danielsson) erleben die Zuhörer eine musikalische Melange. Auch „Tears for Esbjörn“ (Iiro Rantala) darf dabei nicht fehlen.

8minutes sind Burkhard Terhart am Schlagzeug, Thomas Strakhof am Kontrabass, aber mit seiner Stimme hervortretend Jörg Graeper an der Gitarre, E-Gitarre und Kontrabass sowie Michael Ritter am Klavier.


© 8minutes


Wer sich die Liste der von 8minutes ausgewählten und interpretierten Songs anschaut, wird sich fragen, warum denn nicht Bugge Wesseltoft, Jan Garbarek oder Verneri Pohjola mit ihren Kompositionen auf dem Album zu finden ist. Es ist ja immer eine Frage der bewussten Auswahl im Hinblick auf ein bestehendes Quartett und dessen Instrumentierung, die über die Wahl der Kompositionen entscheidet. Einen allumfassenden Überblick über Jazz aus Skandinavien war nicht das Anliegen der Band. Dass ein Schwerpunkt der ausgewählten Songs, auf denen liegt, die Lars Danielsson zu verdanken sind,  mag damit zusammenhängen, dass das Quartett 8minutes dem eher lyrisch ausgereiften Jazz zugeneigt ist. Dass dabei auch Elemente von Singer/Songwriter mitspielen, unterstreicht m. E. „Passacaglia“, auch und gerade geprägt durch den Gesang von Thomas Strakhof. Bisweilen kann man  beim Hören dieses Songs den Eindruck von „elisabethanischer Hofmusik“ gewinnen.

Auf dem Plattencover lesen wir nachstehende Zeilen: „Die Stärke dieser Musik aus dem Norden Europas liegt in Melodien mit Ohrwurmcharakter und Rhythmen zum Grooven, Einflüsse von Jazz, Rock, Worldmusic und Klassik verschmelzen ohne Grenzen zu einem eigenen Stil innerhalb der Jazzsparte – fast ein eigenes Great European Songbook.“ Den Begriff Ohrwurmcharakter würde ich für die eingespielten Kompositionen nicht wählen. Dennoch ist es wohl wahr, dass es dem Quartett 8minutes um die Suche nach der Schönheit der Melodie geht, einer Melodie, die durchaus eingängig ist, hier und da auch an nordische Volksweisen anknüpft, aber eben nicht nur.

„Dodge the Dodo“ – beginnend mit einem „Gitarrenintro“ – weist alles auf, was Jazz Rock ausmacht, auch eine jaulende und wimmernde Gitarre sowie einen beharrlichen Beat und eine anhaltende, beinahe „ostinato“ zu nennende Basslinie.  Der gestrichene Kontrabass erstreitet sich seinen Raum, ehe dann die E-Gitarre das musikalische Zepter in den Händen hält. Bisweilen drängt sich der Eindruck auf, die Herren Eric Clapton, Jeff Beck und Alvin Lee hätten 8minutes bei „Dodge the Dodo“ über die Schulter geschaut. Da werden „traditionelle Jazzpfade“ verlassen; „Wildereien“ im Rock und Rhythm `n Blues scheinen angesagt. Doch auch lyrisch angereicherte Piano-Passagen finden ihren angemessenen Platz. „Cherry Tree“ scheint eher  im Pop als im Jazz verwurzelt. Verzweigungen in die populäre Musik der späten 1960 Jahre sind dabei m. E. nicht zu überhören.

Der Bass vereint sich mit dem Piano in einer Art musikalischen Doppelhelix in „Taksim at Night“. Ausgelassenheit scheint zum Ausdruck gebracht zu werden, ohne in orientalische Klischees zu verfallen. Eher hat man beim eingeflochtenen Gitarrensolo den Eindruck, Al Andalus nahe zu sein. Erst beim gestrichenen Bass kommt so etwas wie „1001 Nacht“ auf, denkt man an Sufis im „Trancetanz“ oder an Bauchtänzerinnen in heißen Nächten am Bosporus. Nein, Ud ist nicht mit im Spiel, obgleich der gezupfte Bass, den wir vernehmen, dem Klang der arabischen Laute nahezukommen versucht,oder? Vergleicht man die Konturen und Linien von „Passacaglia“ und „Taksim at Night“ so überrascht es nicht, dass beide Kompositionen aus der Feder von Lars Danielsson stammen - und der reicht in seiner Musik stets melodische Kuvertüre vom Feinsten dar.

Lauscht man dem Basssolo in „Tears for Esbjörn“, so meint man, ebenso wie beim perlenden Tastenspiel von Michael Ritter die Tränen kullern zu sehen, Ausdruck der Trauer für einen Jazzmusiker, der bei einem Tauchgang ums Leben kam, zu früh und unerwartet. An mittelalterlichen Gesang von Barden erinnert der Gesang von Thomas Strakhof in „From Above“. Aber auch in diesem Song kommen jazzige Passagen nicht zu kurz, insbesondere wenn Michael Ritters Finger über die schwarzen und weißen Tasten tänzeln, auch und gerade in den höheren Registern. Dann entstehen jazzige, melodische Rinnsale und Fontänen.
Fazit: Die Musik von 8minutes ist Ohrenschmaus pur von A-Z!!!

Text © ferdinand dupuis-panther – Der Text ist nicht public commons!


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