Denson-Baartz Quartet - Dark Sky

Denson-Baartz Quartet - Dark Sky

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Pinnacles Music

Das aus Brisbane (Queensland, Australien) stammende Denson-Baartz Quartet legt aktuell das Debütalbum namens „Dark Sky“ vor. Gemeinsam leiten die Pianistin Louise Denson und die Altsaxofonistin Martha Baartz die Band. Beide sind prominente Musikerinnen in der australischen Jazzszene. Auf dem vorliegenden Album sind ausschließlich Kompositionen der beiden genannten Musikerinnen zu hören. Deren Kompositionen wurden auf dem Brisbane International Jazz Festival 2017 im Brisbane Multicultural Centre fürs Album live aufgenommen.

„Dark Sky“ und „Kingston Blues“ eröffnen das Debütalbum. Außerdem sind „Kings Gold“, „Murphy's Love“, „She Can“, „Sambacita“ und schließlich „Frangipani“ auf dem Album zu hören.

Ein klopfender Bass vermischt sich mit dem Klang des Altsaxofons, das bildlich mit dahinrauschenden Wolkenbändern zu vergleichen ist. Thermische Auf- und Abwinde scheint Martha Baartz in „Dark Sky“ einzufangen. Dabei hat man nicht den Eindruck, ein Gewitterhimmel werde da klanglich umgesetzt. Auch im Pianospiel von Louise Denson zeigen sich eher Schäfchenwolken als Cumulusstreifen. Ein wenig erinnert die Komposition in ihrem Duktus an den frühen John Coltrane, oder? Ohne Schwere zeigt sich „Kingston Blues“. Dabei vernimmt man auch Klangmuster, die für den frühen Rock 'n Roll typisch sind. Das schnurrende Saxofon und das rhythmisierende Klavierspiel vereinen sich zu einer abgerundeten Blues-Melange. Auch die Bassistin Helen Russell findet in solistischen Momenten das Gehör der Zuhörer. Doch die strahlende Klangfarbe wird von Martha Baartz gemalt. Bei „Lately“ drängt sich der Eindruck eines Abends oder einer hereinbrechenden Nacht in einem lauen Sommer auf. Das Leben spielt sich draußen ab, so suggeriert es die Saxofonistin. Der sonst eher behäbige Bass zeigt sich unter den Fingern der Bassistin als wenig bodenschwer, sondern tänzerisch-losgelöst.

Durchaus mit gewissem Swing und unterschwelligem Latin Fever kommt „King's Gold“ daher. Louise Denson präsentiert dabei einen melodisch perlenden Klangfluss, der durchaus auch energievolle Zäsuren kennt. Im Hintergrund vernimmt man sachtes Blechschwirren. So, als wolle sie einem tanzenden Papierdrachen am Himmel in Klangfolgen einfangen, klingt der Vortrag von Martha Baartz auf dem Altsaxofon. Ein wenig schnarrend gibt sich der Bass unter den Fingern von Helen Russell. Dazu gibt es ein zartes Schlagwerk-Tick-Tick, dank an Aaron Jansz.

Bei „Murphy's Love“ ist als Gast Mal Wood am Flügelhorn zu hören. Getragen im Tempo ist das Stück, ein wenig episch ausgeformt, so hat es den Anschein. Sehr gelungen ist das Duett von Altsaxofon und Flügelhorn. Beide Instrumente zeigen sich dabei von ihrer weichen Klangfärbung. Das gilt auch für die solistische Einlage von Mal Wood, auch wenn der Hornist dann doch eher einen Trompetenklang aus seinem Instrument herauskitzelt. Einem dahinrinnenden Flüsschen entspricht bildlich gesprochen das, was uns Louise Denson zu Gehör bringt.

Oye, oye „Sambacita“ - fürwahr ein lateinamerikanisches Tänzchen von Musikerinnen aus Down Under. Da kann man nicht mehr still sitzen, auch wenn die Komposition fern von Ohrwürmern wie „Oye como va“ zu sehen ist und sich eher in der Tradition von Stan Getz bewegt, der ein Faible für lateinamerikanische Rhythmen besaß. Zum Schluss noch ein Wort zu „Frangipani“: Eigentlich bezeichnet Frangipani unter anderem Westindischen Jasmin. Eher ohrschmeichlerisch zeigen sich der Duktus und die Melodielinie. Sehr lyrisch ist die Komposition zudem arrangiert, die obendrein leicht mäandriert. Schlussnote: Das Album bewegt sich mit seinem Kompositionen im Rahmen von Modern Jazz – und das ist gut so!

Text © ferdinand dupuis-panther


Informationen

https://marthabaartz.bandcamp.com/album/denson-baartz-quartet
https://louisedenson.com/thisgig.php?id=765

Line-up

Louise Denson, piano.
Martha Baartz, alto saxophone.
Helen Russell, double bass.
Aaron Jansz, drums.
Mal Wood, flugelhorn (track 6)


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