DASH – Rewired

DASH – Rewired

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ZENNEZ Records

Ein Dreigespann bestehend aus dem Saxofonisten und Klarinettisten Maarten Ornstein, dem Drummer Eric Hoeke und dem E-Bassist Alex Oele beschert uns einen Klanggenuss zwischen Psychedelischem Jazz, Punk und Funk reloaded. Dabei greift Maarten Ornstein hier und da auch auf eine tief gurgelnde und gurrende Klarinette zurück, eine Bassklarinette (?). Elektronische Effekte scheinen in vielen Stücken den satten klanglichen Humus zu bilden, auf dem die drei Musiker eigene Klanglinien verfolgen. Fela Kuti scheint im Übrigen hier und da mit DASH zu tanzen. Auch Hip Hop und Rap sind bisweilen nicht fern. Und immer wieder sind Tieftöner mit von der Partie und schmeißen eine Party.

Aufgemacht wird mit „Dreams of Gardens“, gefolgt von „Up & Down Hell“, „ On It“ und „Jamal“. Klanglich verbringen wir eine Nacht im Café Olivera“ („One Night at the Cafe Olivera“), begegnen dem „Black Elephant“, genießen „The Snack“ und erleben „No Boogie“. Zum Schluss erklingt dann „Rever-O-Mat“.

Silbrige Klangmodule und Theaterdonner, dumpfe Beats, verwischte Saxofonspuren mit Delays und Loops, vollmundiger Bassklarinettenklang – oder doch ein Altsaxofon im Widerhall: So gestaltet die Band ihre anfänglichen Gartenträumereien. Handflächen treffen dabei auf Felle und setzen sich gegen das sonstige weiche Klangbett ab, das sozusagen aufgeschlagen wird. Gleiches gilt auch für den Holzbläser des Trios.

Durch einen „klappernden Rhythmus“, der über einem schwirrenden Klangteppich liegt, zeichnet sich anfänglich „Up & Down Hell“ aus. Sanft und mit einer gewissen Anmutung orientalischer Musik tritt der Holzbläser Maarten Ornstein in Erscheinung, derweil Eric Hoeke beim Drumming gleichsam dem Klang eines klappernden Mühlrades folgt. Psychodelische Klangschlieren werden auch noch hervorgezaubert.

Das Röhren und Gurgeln der Bassklarinette ist bei „On It“ zu vernehmen. Dabei sind auch Momente von Rockmusik auszumachen. Ob man dabei an Jimi Hendrix oder Cream denkt, hängt vom Hörer ab. Dem Rezensenten kam unter anderem „White Room“ von Cream in den Sinn, als er diesen Titel von DASH hörte. Dass eine klangliche Windhose Teil des Settings ist und nicht nur die Tieftönigkeit von Bass und Bassklarinette, sei an dieser Stelle angefügt. Einen ähnlichen rockigen Duktus wie bei „On it“ erlebt man auch bei „Jamal“.  Ist da etwa auch ein Baritonsaxofon mit im Spiel? Sonor ist es auf jeden Fall, was an unser Ohr dringt und zugleich muss man an African Beats und an Fela Kuti denken, auch wenn Letzterer ja mit einem sehr großen Ensemble von Stimmen und Bläsern die Bühnen der Welt bespielte.

Nein „African Market Place“ besuchen wir nicht, sondern sind
„One Night at the Cafe Olivera“. Oh, da scheint auch ein Rhodes oder Synthesizer für Klangflächen zu sorgen, derweil der Schlagzeuger für ein furioses Schlagwerkmuster zuständig ist. Momente von Jazz Rock und Free Jazz vereinen sich bei diesem Stück. Unüberhörbar ist das bisweilen gequält und dann auch rotzig in Erscheinung tretende Saxofon.

Eine sehr feine Saxofonlinie vernehmen wir bei „Black Elephant“, auf- und absteigend und gleichsam thermisch dahingleitend. Dazu schwelgt der E-Bass in vollem Saitenschwirren. Und wie bei anderen Stücken sind Effekte Teil des Klangmenüs. Beim Hören drängt sich außerdem die Frage auf, ob die drei Bandmitglieder mal von „Osibisa“ gehört haben?

Erklingt bei „No Boogie“ nicht eine Kirchenorgel, die von der Empore her ihren Klang im gotischen Gewölbe verbreitet? Das hat nun wirklich nichts mit Boogie zu tun, und zwar ebenso wenig wie die Basspassagen. Bombastisch ist das, was wir wahrnehmen. Es ist ebenso überraschend wie einst die klassischen Adaptationen von Nice waren, einer Band, bei der Keith Emerson die Orgel spielte und das nicht nur bei einer Version der Brandenburgischen Konzerte.

Industrielle Geräuschkulisse gepaart mit hohen „Vogelstimmenimitationen“ und „Klangchaos“ empfängt den Hörer bei „Rever-O-Mat“. Damit beendet „DASH“ den klanglichen Auftritt. Wer „dash“ ins Deutsche übersetzt findet „Aufschlag“, „Farbspritzer“, „Energie“, „Blitzstart“ oder „Hieb“. All das findet sich ganz gewiss in der einen oder anderen Variante in den genannten Kompositionen wieder.

Text © ferdinand dupuis-panther


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