Christophe Devisscher 4 Tet - Fisherman's Tale

Christophe Devisscher 4 Tet - Fisherman's Tale

C

Cornfish Music, CF 0116

In der Besetzung Frank Deruytter (tenor saxophone), Christian Mendoza (piano), Dré Pallemaerts (drums) und Christophe Devisscher (double bass) wurde das aktuelle Album eingespielt. Alle Kompositionen auf dieser Veröffentlichung – der Albumtitel vielleicht mit Anglerlatein zu übersetzen – stammen vom Kontrabassisten Christophe Devisscher, der sich allerdings nicht ausgiebige und lange Soloparts in die jeweiligen Stücke geschrieben hat. Er erweist sich darin, wie wohltuend, als Teamplayer.

Die Aquarelltuschemalerei auf dem Cover zeigt uns einen Angler, dessen Rute stark gebogen ist. Da muss wohl ein großer Fisch am Haken sein. Zu hören sind neben „Slapdash“ und „Nominal Velocity“ („Nominale Geschwindigkeit“) auch „Belly Buttons“ („Bauchnabel“), „A Fisherman’s Tale“ und „La Mariposa“ („Der Schmetterling“) sowie zum Schluss ein Kinderlied bzw. „Gute-Nacht-Liedchen“(„Lullaby“).

Greifen wir zunächst einmal „Slapdash“ auf. Schludrig, eilig, hastig oder hopplahop lautet die Übersetzung des ersten Songs auf dem vorliegenden Album. Müsste sich das nicht auch rhythmisch bemerkbar machen, ich meine das Hopplahop? Na so richtig ins Hopplahop kommt Frank Deruytter bei seiner Eröffnungssequenz nun wirklich nicht. Irgendwie klingt das Saxofon verschleppt. Auch die Entgegnung von Bass und Drums weicht davon nicht ab. Fahrt nimmt der Song auch nicht auf, auch wenn es dann eine Art Tusch gibt, ehe Christophe Devisscher sein Solo bekommt. Für mich klingt die Melodielinie eher nach verzögertem Traben. Das ändert sich erst mit den sprunghaften Pianopassagen, die Christian Mendoza zu verantworten hat. Erst dann ist auch eine stärkere Rhythmisierung des Songs erkennbar. Dazu zeigt sich Frank Deruytter außerdem sehr quirlig am Saxofon. Ja, jetzt gibt es schon Gestolpere und Hopplahop fürs Ohr.

„Oy“ ist gleich „He!“ - und so lautet der Titel des dritten Songs. Mit starker akzentuierter Basshand eröffnet Christian Mendoza den Song. Frank Deruytter scheint mit seinem Saxofon eher ein Hin und ein Her einzufangen. Stufig entwickelt sich die Klanglinie weiter, die der Pianist nach und nach vorträgt. In diese Linie fallen Bass und Schlagwerk ein, ehe dann Christophe Devisscher, nur von den Blechen des Schlagzeugs begleitet, sein Solo vorträgt. Ein wirkliches He ist nicht auszumachen. Eher lauscht man der Rede und Gegenrede zwischen dem Pianisten und dem Saxofonisten.

Anschließend kümmert sich das Quartett um den Song „Bauchnabel“, dabei ein wenig an Hard Bop angelegt spielend. Danach steht dann „Anglerlatein“ auf dem Programm. Sehr verhalten streift Christophe Devisscher seine Finger über den aufrecht stehenden Viersaiter. Ein angenehmer Moment des Innehaltens verbreitet sich. Christian Mendoza scheint uns nachfolgend Klavier spielend glauben zu lassen, da würden sich kleine Wellen im See bilden, nachdem der Regen Tropfen für Tropfen niedergeht. Sanft zeigt sich Frank Deruytter an seinem Atemrohr. Gelassenheit strahlt der Klangteppich aus, den der Saxofonist vor uns ausbreitet. Vielleicht geht es  bei „A Fisherman's Tale“ gar nicht um Anglerlatein, sondern um die Geschichte eines einsamen Mannes beim Angeln, der sich für wenige Stunden aus dem üblichen Alltag zurückgezogen hat. Man denke dabei an Hemingway und „Der alte Mann und das Meer“!

Zum Schluss stimmt das Quartett noch ein Lullaby an. Sehr fröhlich in den Klangfarben kommt das Kinder- bzw. Wiegenlied daher, gleichsam ein gelungener Schlussakkord eines Albums, das sich durch nuancierte Hörfarben auszeichnet und kein Klangeinerlei abliefert.

Text © ferdinand dupuis-panther

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Christophe Devisscher
http://www.christophedevisscher.com/
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