Christian Frentzen - First Encounter

Christian Frentzen - First Encounter

C

roundrobyn records

Im Pressetext zum vorliegenden Debütalbum heißt es: „Christian Frentzen, der seit seinem siebten Lebensjahr meistens locker grinsend hinterm Piano sitzt, kann beides offensichtlich extrem gut. Denn ansonsten legt man sicher kein Debütalbum vor, das die brillanten Klänge des amerikanischen Modern Jazz derart konsequent inhaliert, nur um dann daraus eine ganz eigene, erfreulich agile Sprache zu entwickeln."

Modern Jazz – also „back to the roots“ – ist das Credo des Pianisten, der bereits in jungen Jahren mit dem WDR-Nachwuchs-Jazzpreis und dem Steinway Förderpreis Jazz Solopiano ausgezeichnet wurde. Zwei Jahre lang dauerte der Prozess, die Tiefen des Modern Jazz zu ergründen, um dann eine Melange aus Post Bop, Straight Ahead Jazz, Blues, Folk und Singer-Songwriter zu präsentierten.

Christian Frentzen zusammen mit Silvio Morger am Schlagzeug und Roger Kintopf am Kontrabass bilden den musikalischen Kern für die aktuelle Einspielung. Ergänzt wird das Trio teilweise durch den Gitarristen Fritz Dinter und den Saxofonisten Paul Heller. Weitere Gäste sind Andy Haderer (tp, flh) und Norbert Scholly (git). Abgerundet wird die Liste der Gäste durch den US-Amerikaner Dino Soldo (u.a. festes Bandmitglied von Lionel Richie), der mit seinem Solo auf der Mundharmonika bei der Ballade „A Song For The Dreamer" aufhorchen lässt.

Mit „First Encounter“ werden die Hörer eingeladen, sich dem fein gewebten Klang hinzugeben, der den Bläsern des Ensembles zu verdanken ist. Der Broadway und die späten 1950er Jahre scheinen ganz nahe zu sein. Bewegt und leicht betörend fällt das Solo von Andy Haderer aus, derweil sich das Kerntrio der Band eher bedeckt hält. Paul Heller stimmt in den „Chorus“ ein, durchaus aufmüpfig, quicklebendig und verschlungen wie ein auf der Reeperbahn gedrehtes Seil. Balsam für die Seele ist auch das gemeinsame Spiel der Bläser. Und schließlich lässt Christian Frentzen das Stück mit „wohltemperiertem Klavierspiel“ auslaufen. „One Step Further“ lebt auch und gerade vom brausenden Windspiel Paul Hellers, das stark rhythmisch unterlegt ist. Daran hat das akzentuierte Tastenspiel von Christian Frentzen einen wesentlichen Anteil. Nun ist es in diesem Stück auch so, dass sich die Rhythmik prägnanter zeigt, dass Christian Frentzen teilweise mit dem Duktus eines Oscar Peterson bzw. Erroll Garner brilliert, dabei zwischen perlenden Tastenfluchten und harten Setzungen changiert. Doch dann ist es am Ende erneut Paul Heller, der das Thema streift und die Aufmerksamkeit des Hörers bekommt.

„Little Prayer“ gleicht in der Auffassung einem dahinfließenden Klangfluss, dank an Christian Frentzen. Tänzelnd gibt sich der Pianist in seiner Spielweise. In diesem Stück ist auch einer der beiden Gastgitarristen zu hören, der seinem akustischen (?) Saiteninstrument Wohlklänge entlockt, die durchaus eine Nähe zum Balladenhaften aufweisen.

Ein wenig Soul ist „Drink and Drive“ beigegeben. Das ist vorrangig Paul Heller und Andy Haderer geschuldet. Zugleich meint man, zum Teil Anleihen an Cannonball Adderley auszumachen. Ein Hörgenuss ist das Solo von Andy Haderer. Christian Frentzen lässt es sich nicht nehmen, solistisch in Erscheinung zu treten, dabei eine fragile Note mit an den Tag legend. Dann ist es erneut an den Bläsern Regie zu führen, sodass sich insgesamt eine reizvolle Inszenierung von Soli und Tutti ergibt.

Im Gegensatz zum Saxofon ist die Mundharmonika nun nicht das klassische Instrument des Jazz, auch wenn Toots Thielemans dieses Instrument im Jazz hoffähig gemacht hat. Eine ein wenig verzweifelt, wehmütig und sehnsüchtig klingende Mundharmonika steht bei „A Song for the Dreamer“ im musikalischen Mittelpunkt. Es scheinen zerplatzte Träume zu sein, die da Dino Soldo in unser Blickfeld rückt. Einem Rinnsal gleichen die Klavierpassagen, die sich an das Solo von Soldo anschließen. Feinste Lyrik wird da zutage gefördert. Und auch der satte Klang eines Keyboards tritt kurz in Erscheinung, ehe wieder Soldo das Zepter in der Hand hält. Den Schlusspunkt des Debütalbums bildet „Hard To Say Goodbye“, weitgehend bestimmt durch den Pianisten Christian Frentzen.

Text © ferdinand dupuis-panther


Informationen


http://christianfrentzen.com


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