About Aphrodite - Polaris

About Aphrodite - Polaris

A

Floating World Records

Hinter der Band „About Aphrodite“ verbergen sich Gilda Razani (theremin / saxophone/ live electronic) und Hans Wanning (piano / synthesizer/ live electronic). Beide Musiker sind regelmäßig bei Konzertauftritten zu hören, sind aber auch aufgrund ihrer Filmmusik und audiovisuellen Installationen bekannt. Filmmusik entstand in der Vergangenheit für Produktionen des WDR wie „Weltuntergang. Der Sommer, der ins Wasser fiel“ oder „Germanwings - die Katastrophe. Rückblick und Gedenken“ sowie „Die schönsten Mausmomente“.

Nach „Ocean Lily“ und „Factor X“ ist „Polaris“ das dritte Album, das in der Zusammenarbeit zwischen der Saxofonistin und Thereminspielerin Gilda Razani und dem Pianisten Hans Wanning entstanden ist.


In der Pressemitteilung der in London beheimateten Plattenfirma lesen wir die folgenden Zeilen: „Following in the great tradition of krautrock, they blend hypnotic melodies and improvisations with gentle atmospheres and cinema soundscapes. Featuring Gilda Razani on theremin and soprano saxophone, and Hans Wanning on piano, synthesiser and live electronics, About Aphrodite take you on a euphoric and energetic sound journey, inspired by the great symphony of the world.“

Für diejenigen Leser, die noch nie von Theremin gehört haben, die nachstehende Erläuterung: Das Theremin (auch: Thereminvox, Thereminovox, Termenvox, ursprünglich Aetherophon) wurde 1920 erfunden. Dieses Musikinstrument wird berührungslos gespielt und erzeugt dennoch direkte Töne. Ideengeber und Konstrukteur des Instruments war Lew Termen, der sich in den USA Leon Theremin nannte. Die Tonerzeugung ist aufgrund eines aufgebauten elektromagnetischen Feldes möglich, das mittels des Körpers und der Körperbewegungen des Thereminspielers aufgebaut wird.

Die veröffentlichten Tracks tragen Titel wie „Nash“, „Artemis“, „Polaris“, „Syria“ und „Tadjwar“. Beinahe wie die Stimmakrobatik einer Operettendiseuse mutet an, was Gilda Razani zu Beginn von „Nash“ ihrem elektronischen Instrument entlockt. Ein wenig süßlich kommt die Melodielinie daher, bei der man auch an ein Couplet oder die Musik zu einem romantischen Liebes- und Heimatfilm denken kann. Begleitet wird der Singsang des Theremins durch energetisch gesetzte Pianoakzente, die gleichsam eine Grundlinie bilden, über der sich die Klangschlieren des Theremins ausbreiten. Bisweilen sind auch sphärische Anmutungen wahrnehmbar. Wäre das musikalische Konzept nicht auch für die Live-Begleitung von Stummfilmen geeignet? Auch klassische Revuefilme aus Holywood mit und ohne Fred Astaire ließen sich m. E. mit derartiger Musik unterlegen. Durchkomponiert und bis zur letzten Note arrangiert erscheint das, was wir hören können, auch wenn sich Klänge beinahe im Off verlieren.


Eruptives und Exaltiertes drängen im Verlauf von „Nash“ in den Vordergrund, insbesondere wenn Gilda Razani Sopransaxofon spielt. Das klingt dann beinahe wie der Gesang der Sirenen, dabei mit viel Hall und Echo unterlegt. Dazu steuert Hans Wanning rhythmische Impulse bei, die Techno streifen. House und Acid Jazz scheinen ganz nahe. Tonale Überschläge des Saxofons steigern sich im weiteren Fortgang des Stücks. Dazu lässt dann Wanning pulsierende Tastenzirkulationen erklingen, die in eine konzertante und ein wenig blueslastige Struktur überführt werden. Ist da nicht auch für einen kurzen Moment künstliches Vogeltschilpen zu hören, derweil zudem perlendes Pianospiel an unser Ohr dringt?

„Polaris“ ist ein Track, der auch namensgebenden für das aktuelle Album ist. Er beginnt mit getragenen Passagen, die Hans Wanning vorträgt, ehe dann der Klangschwall des Theremins einsetzt. Hört man da nicht eine gewisse Wehmut heraus? Wäre die Musik nicht sehr passend für eine Abschiedszene in einem Filmstreifen?

Klopfzeichen setzen nachfolgend ein und verdichten sich. Dazu tritt ein Tastenschlag auf dem Piano. Gepaart ist dies mit der Hochtonigkeit des Theremins, das zudem noch verfremdet wird. Ein Inferno wird hier musikalisch präsentiert, so der Höreindruck. Quakend und lauthals schreiend meldet sich das von Razani gespielte Saxofon, entäußert sich und verflüchtigt sich. Theaterdonner vernimmt man im Hintergrund.

Auch in diesem Stück gibt es redundante Rhythmen, die an Techno und House erinnern. Dann jedoch übernimmt Hans Wanning das musikalische Zepter und entführt uns mit einem steten, über Stromschnellen dahingleitenden Klangstrom. Auch das Theremin kommt nochmals zu Wort und verliert sich in diskanten Stimmebenen.


Abschließend noch ein Wort zum Stück „Syria“: Nein, orientalische Sequenzen stehen ganz und gar nicht im Mittelpunkt. Eher konzertant-melancholisch ausgelegt und mit einer gewissen Dramatik versehen ist das, was wir hören. Hier und da meint man gar, bei der einen oder der anderen Passage hätten Bartok und Tschaikowsky Pate gestanden. Unruhe breitet sich aus, folgt man Hans Wannings Fingerspiel. Das Theremin hingegen setzt im Verlauf des Stücks mehr und mehr zum Klagelied an. So entpuppt sich „Syria“ vom Charakter her mehr und mehr als Requiem.

Text: © ferdinand dupuis-panther. Der Text ist nicht public commons oder domains.


Informationen

www.aboutaphrodite.de

Nash
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Tadjwar


Gilda Razani

www.gildarazani.de
https://www.facebook.com/Gilda-Razani-Theremin-102013526545304/


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