Lillischwerdt: Small Pauer

Lillischwerdt: Small Pauer

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Euphorium Records, EUPH 041a

Man nehme Oliver Schwerdt am Piano und Perkussions, den Bassisten Robert Landfermann und den Drummer Christian Lillinger – schon ist Lillischwerdt feat. Robert Landfermann geboren.

Auf der vorliegenden Mini-CD wurden drei Titel veröffentlicht: „Dry Swing“, „Small Pauer“ und „Fresh Dritt“. Zu diesen Einspielungen bemerkte der Nestor des deutschen Free Jazz, Alexander von Schlippenbach: „Das Piano klingt OK! Gefreut hat mich auch das Jazzmäßige bei den letzten beiden Stücken.“

Während mehr und mehr Musiker auf Vinyl und limitierte Vinyl-Platten mit Signaturen setzen, um im Meer der erscheinenden CDs auf dem Wellenkamm zu schwimmen und wahrgenommen zu werden, hat Euphorium Records ein CD-Kleinformat gewählt. Auch das ist ein Hingucker!

Ein forderndes Klavier voller Energie und im Vorwärtsdrang zwingt uns bei „Dry Swing“ zum gezielten Zuhören, ob sich nicht dabei ein „trockener Schwung“ irgendwo verborgen findet. Lauscht man dem Klaviersolo, so drängt sich das Bild eines rasch Flüchtenden auf, der im Wegrennen hier und da ins Stolpern gerät. Nachfolgend werden die Schritte kürzer so wie auch die Tastensprünge, die sich ineinander zu verknoten drohen. Ausladende Schritte sind im Weiteren zu vernehmen, begleitet von einer nachhaltig wirkenden Basshand. Zwischendrin klingt es auch nach „Alarm, Alarm“ und dann im nächsten Moment wie der Fluss der in die U-Bahn Drängenden am Feierabend. Es ist allseits ein Eindruck von „Mach mal rasch“ zu vernehmen.

Nahtlos geht es mit „Small Pauer“ weiter. Nun aber hört man als Ergänzung ein nervöses Schlagzeugspiel, das den Eindruck, hier würde jemand ganz schnell das Weite suchen müssen, unterstreicht. Sticks schaben übers Fell, während Hochtöniges ans Ohr dringt. Sind das denn nicht Glöckchen, die schellen?Gesprungene Töne treffen auf einen attackierenden Wirbel. Es folgt ein Tusch ohne Bläser; eine Zäsur und noch eine werden deutlich gemacht. Gewisper ist zu vernehmen. Fallen da nicht einzelne Tropfen nieder? Rollt da nicht die Elektrische die Straße hinunter – man höre mal intensiv aufs Klavier? Es schlägt die Turmuhr deutlich vernehmbar, dank sei dem Pianisten Oliver Schwerdt. Nächtliches Stadtwirrwarr wird vor uns danach ausgebreitet. So fügen sich Klangbilder zu Kopfbildern, auch dann, wenn das Tempo verschärft wird. Dabei denken wir an nicht enden wollenden Verkehr in der Stadt, ans Hupen und Pöbeln der Fahrzeughalter. Danach erfolgt eine Pause, ehe Bleche schwingen und schweigen, schwingen und schweigen. Gerassel ist vernehmbar; spitze Töne gesellen sich dazu, die beinahe einen Tinnitus provozieren. Schließlich schlägt es nicht dreizehn, aber …
Zum Schluss ist dann auch Robert Landfermann mit von der Partie, sodass der Titel „Fresh Dritt“ durchaus seine Berechtigung hat. Landfermann bleibt aber über weite Strecken dezent im Hintergrund, während Christian Lillinger und Oliver Schwerdt den bunten, schräg-geknüpften Tonteppich vor uns auslegen. Eigentlich muss ich gestehen, dass ich improvisierte und freie Musik eher in einem Live-Kontext sehe, aber die vorliegende CD lässt mich diese Vorstellung wirklich vergessen.

© ferdinand dupuis-panther

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Euphorium Records
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